USA – Immigration 29. Apr 2026

Lutnick gesteht Falschaussage zu «Gold Card»-Visen ein

Howard Lutnick

Washington fand anscheinend nur Interesse für eine einzige Aufenthaltsgenehmigung für eine Million Dollar.  

Vor einem Jahr hatte Howard Lutnick an einem Podcast getönt, er habe tausend der von Trump eingeführten «Gold Card»-Visen an Interessierte vergeben. Nun erklärte der US-Handelsminister unter Eid, dass bislang nur eine einzige dieser Einbürgerungen stattgefunden hat. Trump hatte am 19. September 2025 eine Exekutivanordnung zur Schaffung des «Gold Card»-Programms unterschrieben. Dieses wurde offiziell im Dezember eingeführt und sollte Wohlhabenden einen beschleunigten Zugang zu einer dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung gegen eine Zahlung von einer Million Dollar ermöglichen

Lutnick hatte bereits im Frühjahr 2025 erklärt, dieses «Investorenvisum» finde bei ausländischen Würdenträgern und Wirtschaftsführern enormes Interesse. An dem Podcast «All-In» prahlte er dann sogar, er habe bereits 1000 «Gold Card»-Visen zu einem Vorab-Preis von jeweils fünf Millionen Dollar verkauft.

Ganz andere Zahlen liess Lutnick jedoch Ende Woche unter Eid vor dem Haushaltsausschuss im Repräsentantenhauses hören. Auf die Frage nach der Anzahl erteilter Genehmigungen gab er zurück: «Das Verfahren wurde erst kürzlich mit dem für die Verwaltung zuständigen DHS [Ministerium für Innere Sicherheit] abgestimmt.» Dort finde «für 15.000 Dollar die wohl gründlichste Überprüfung potenzieller Antragsteller in der Geschichte statt». Und erst vor kurzem sei «eine einzige Person genehmigt worden; Hunderte weitere befinden sich derzeit in der Warteschlange und durchlaufen das Verfahren.» 

Es handele sich bei den Gold Cards um ein neues Programm, das «eine äusserst strenge, akribische Überprüfung voraussetzt», ehe das Ministerium dann Millionen je Visum einnehme. Diese Zahlungen werden als «Spenden» definiert. Über deren allfällige Verwendung blieb Lutnick eine klare Auskunft schuldig: dies werde die Regierung noch festlegen – wobei die Mittel «dem Wohle der Vereinigten Staaten von Amerika» sowie dem Handelsministerium zugutekommen müssten (Link).
 

Andreas Mink