Demokratisch regierte Gliedstaaten intervenieren gegen Mega-Deal in der Medienbranche.
Gestern Montag haben zwölf von Demokraten regierten Bundesstaaten – darunter Kalifornien, New York und Washington – beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien Klage gegen die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount im Wert von 110 Milliarden Dollar eingereicht. Damit steht einer der grössten Medien-Deals weltweit vor der bislang schwerwiegendsten Hürde. Die Gliedstaaten argumentieren mit Risiken aufgrund der Marktdominanz des zukünftigen Paramount-Warner-Konzerns wie einer Minderung des Wettbewerbs zwischen Kinobetreibern bei der Filmverwertung – insbesondere bei Blockbustern. Obendrein würde das fusionierte Unternehmen eine wettbewerbswidrige Marktmacht bei der Verbreitung von Kabelsendern wie CNN erlangen.
Die Kläger wollen den im dritten Quartal dieses Jahres geplanten Abschluss des Deals bis zum Entscheid über ihre Eingabe blockieren. Paramount müsste dann ab Oktober aufgrund des Übernahme-Vertrages Warner-Aktionären für jedes Quartal Verzögerung 650 Millionen Dollar zahlen. Paramount hat zunächst nicht auf eine Anfrage der «New York Times» nach einer Stellungnahme reagiert.
Von David Ellison aufgebaut und geführt, hat Paramount neben einer Genehmigung des US-Justizministeriums bereits Zusagen von Behörden in 20 Ländern und Regionen weltweit erhalten, darunter China und Australien. Andere Regulierungsbehörden wie jene der EU prüfen den Deal noch.
David und sein Vater Larry Ellison pflegen laut der Times ein herzliches Verhältnis zu Trump. Paramount hat Anfang Jahr in Washington ein Abendessen «zu Ehren des Weissen Hauses unter Trump» ausgerichtet. Daran nahm neben David Ellison der amtierende US-Justizminister Todd Blanche teil, während seine Behörde den Deal noch geprüft hatte. Nach dessen Abschluss würden laut der Klageschrift nur vier Unternehmen – Paramount, Disney, Universal und Sony – mehr als 90 Prozent der umsatzstärksten Filme kontrollieren.
Kalifornien will zudem eine einstweilige Verfügung beantragen, sollten Paramount und Warner die Fusion bis zur Entscheidung im Rechtsstreit nicht auf Eis legen (Link).
Vor diesem Hintergrund meldet «Semafor», dass David Ellison bereits vor der Klage von Beratern gedrängt wurde, den Sitz von Paramount aus Kalifornien zu verlegen: der Justizminister des Gliedstaates hatte den Deal wiederholt kritisiert. Dies könnte zu einer Verlagerung der von Paramount in Hollywood geplanten Ausgaben in Höhe von 30 Milliarden Dollar in andere Bundesstaaten führen. Im Rahmen des Warner-Deals hat sich Paramount verpflichtet, die Betriebsstätten beider Unternehmen weiter zu führen – sofern der Konzern in Kalifornien verbleibt.
In den letzten Jahren haben etliche Konzerne Kalifornien aufgrund von Auseinandersetzungen mit staatlichen Aufsichtsbehörden verlassen, meist nach Texas. Darunter waren der Ölkonzern Chevron, Oracle (mit gegründet von Larry Ellison) und Tesla (Link).