Kandidatur für die rechts-nationalistische Partei «Israel First» von Sharren Haskel.
Jonathan Pollard hat seine Kandidatur für einen Sitz in der Knesset für die von der ehemaligen stellvertretenden Aussenministerin Sharren Haskel gegründete rechts-nationalistische Partei «Israel First» erklärt. In einem an der Klagemauer aufgenommenen Video erklärt Pollard, Israel benötige «eine neue Regierung, die sich dem Schutz des Landes und des Volkes Israel verschrieben hat». Das Land sei nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 von der Politik «im Stich gelassen und verraten» worden – bis heute habe niemand für die Attacken Verantwortung übernommen.
Haskel bezeichnet Pollard als « israelischen Helden», seine Kandidatur sei eine «bedeutende Unterstützung» für ihre neue Partei. Pollard habe für seinen Einsatz für Israel und das jüdische Volk einen sehr hohen persönlichen Preis gezahlt. Geboren im texanischen Galveston, war der heute 72-Jährige Geheimdienstanalyst der amerikanischen Kriegsmarine und hat dort über Jahre Informationen an Israel weiter gegeben. Pollard wurde 1987 wegen Spionage für Israel zu lebenslanger Haft verurteilt und sass davon 30 Jahre ab. Er wurde 2015 freigelassen und wanderte 2020 nach Israel aus.
Dort trat er als entschiedener Befürworter einer kompromisslos-rechten Politik hervor und kritisierte sowohl Binyamin Netanyahu als auch dessen Vorgänger Naftali Bennett. Die nationalistische Herut-Partei hatte bereits 2002 vergeblich versucht, ihn als Knesset-Kandidaten aufzustellen. Anfang dieses Jahres sprach sich Pollard für die «gewaltsame Umsiedlung» der Palästinenser im Gazastreifens sowie für dessen Annexion und Wiederbesiedlung durch jüdische Israelis aus (Link).