USA – Politik 26. Aug 2026

El-Sayed geht auf Distanz zu Hasan Piker

Abdul El-Sayed distanziert sich von Hasan Piker.

Dubiose Spekulationen über Gewalt gegen Juden aufgrund Unterstützung von Israel.  

Gestern Dienstag hat Abdul El-Sayed dem progressiven Meinungsmacher Hasan Piker «gefährliche Rhetorik» gegen Juden vorgeworfen. Der demokratische Kandidat für den US-Senat aus Michigan war zuvor immer wieder gemeinsam mit Piker aufgetreten, der zunehmend Israel-feindliche Töne anschlägt. Piker hatte bereits vorige Woche an einem Podcast erklärt, die Unterstützung Israels durch amerikanische Juden könne dazu führen, dass nicht näher beschriebene Personen «zur Tat gegen Juden in den USA schreiten».

Ek-Sayed erklärte: «Mein Einsatz für die Sicherheit von Juden ist genauso gross wie mein Einsatz für die Sicherheit meiner eigenen Töchter. Antisemitismus ist eine Geissel, und wir müssen ihn in all seinen Erscheinungsformen bekämpfen. Ich wende mich gegen jede Rhetorik, die diese Gemeinschaft gefährdet». Er betonte zudem, niemand spreche für seine Kampagne ausser ihm selbst und seinen Pressesprechern. Er stelle dabei sein Engagement für niedrigere Benzinpreise und Lebensmittelkosten, sowie gute Schulen und Gesundheitsversorgung in den Vordergrund.

Diese Erklärung ist El-Sayeds bisher deutlichster Versuch, seine Kampagne von Piker zu distanzieren und damit auch jüdische Demokraten und Moderate zurückzugewinnen, die er mit seiner Kritik an Israel als «Unrechtsstaat» und Urheber von Völkermord an den Palästinensern in Gaza verprellt hatte.

Piker hatte die «Vorstellung, Juden seien eine homogene Gruppe in ihrer Unterstützung für Israel» als «sehr gefährliche Form der Propaganda» bezeichnet: «Wenn Juden in Amerika weiterhin diese Vorstellung verbreiten, dass sie sich ausschliesslich für Israel engagieren, wird irgendwann jemand kommen und zur Tat schreiten – wohlgemerkt nicht gegen den Staat Israel, sondern gegen amerikanische Juden.»

Gleichzeitig lief auf seinem Live-Stream ein Social-Media-Beitrag, der den jüdischen Demokraten Jeremy Moss von Michigan zeigt. Der Beitrag stammte von der Gruppe «Track AIPAC» und enthält ein Foto aus Moss’ Instagram-Account, das ihn in Tel Aviv neben einer roten Grafik mit Wahlspenden von «pro-israelischen Geldgebern» zeigt. Moss verurteilte die Äusserungen Pikers als Versuch, in Michigan und darüber hinaus «weitere Gräben aufzureissen». Zudem teilte er nun mit, er stehe in «ständigem Austausch» mit El-Sayed, unter anderem über «die Sicherheit von Juden und Arabern – sowohl hier in Michigan als auch im Nahen Osten».

El-Sayed hat sich bereits zuvor von Piker distanziert und vor wenigen Tagen dessen Äusserung aus einem Livestream von 2019 verurteilt, wonach «Amerika den 11. September verdient» habe (Link).
 

Andreas Mink