Neue Umfrage zeigt dramatisch sinkenden Nationalstolz in den USA.
Zum 250. Gründungstag am 4. Juli 2026 sind die USA in eine tiefe Identitätskrise geraten: Der Nationalstolz ist geschrumpft, religiöse Bande schwinden und der Glaube an die Realität des «American Dream» löst sich vor allem bei Jüngeren in Luft auf. Dies geht aus einer neuen Umfrage des überparteilichen Public Religion Research Institute hervor.
Dahinter wird ein Verlust von Gemeinsamkeiten greifbar, der das Bestehen der amerikanischen Demokratie bedroht, so die Demoskopen. Obendrein ziehen sich Amerikaner immer weite in ideologische Lager zurück und betrachten die Gegenseite nicht als politischen Rivalen, sondern als Bedrohung für die Demokratie und die Nation.
51 Prozent der Amerikaner geben an, extrem oder sehr stolz darauf zu sein, Amerikaner zu sein. 2013 lag dieser Wert noch bei 82 Prozent. Weniger als die Hälfte der Demokraten betrachtet die Geburt in Amerika (42Prozent), den Glauben an Gott (41 Prozent) oder das Christentum (29 Prozent) als wichtige Elemente der nationalen Identität. Eine Mehrheit der Republikaner ist genau gegenteiliger Überzeugung und hält die Geburt in Amerika, den Glauben an Gott und das Christentum als wichtige Voraussetzungen dafür, ein «echter» Amerikaner zu sein.
Weniger als die Hälfte der Nation glaubt an den «American Dream», – dass man durch harte Arbeit vorankommt. Bei den 18- bis 29-Jährigen ist dieser Wert rasant gar von 50 Prozent im Jahr 2024 auf heute 36 Prozent gesunken.
Robert P. Jones, Präsident und Gründer des PRRI, erklärte «Axios», die Umfrage offenbare ein Land, das in Fragen von Glaube, Demokratie und amerikanischer Identität zunehmend zwischen Republikanern und dem Rest der Bevölkerung gespalten ist: «Ja, wir sind polarisiert». Dieser Trend werde jedoch vorwiegend von Konservativen getragen, die sich immer weiter von der politischen Mitte entfernten. Obendrein seien nur 18 Prozent der Amerikaner extrem oder sehr stolz darauf, wie die Demokratie in Amerika heute funktioniert.
Das PRRI hat Umfrage Anfang-Mitte Mai online und mit einer repräsentativen Stichprobe von 5469 Erwachsenen aus allen 50 Bundesstaaten erhoben (Link).