Jemen 15. Okt 2026

Huthi-Milizen erhalten angeblich Raketen-Bauteile von China

  Eine ballistische Rakete, die 2023 bei einer Militärparade der Huthi in Sanaa, Jemen, zur Schau gestellt wurde.

Bericht des «Wall Street Journal» über neue Experten-Analyse.  

Das Forschungsinstitut Conflict Armament Research, die Organisation ist in Konfliktgebieten tätig und dokumentiert den Einsatz von Waffen sowie deren Lieferketten) zeigt laut dem «Wall Street Journal» in einem neuen Report, dass die jemenitischen Huthi-Milizen unter Verwendung chinesischer Bauteile eigene, hochentwickelte ballistische Mittelstreckenraketen entwickeln. Dies würde die Schlagkraft der vom Iran unterstützten Gruppe weiter erhöhen. Die Huthis haben in den letzten Tagen zivile Flughäfen und Ölanlagen in Saudi-Arabien mit Raketen zerstört. 

Laut dem Report haben die Huthis von einem chinesischen Lieferanten Komponenten für den Nachbau einer der modernsten iranischen Waffen bezogen, der 2022 erstmals gezeigten, präzisionsgelenkten Rakete «Kheibar Shekan». Diese würde eine Reichweite von bis zu rund 1900 Kilometer aufweisen, womit sowohl Saudi-Arabien als auch Israel in Reichweite lägen.

Der Bericht von Conflict Armament baut auf Informationen jemenitischer Behörden vom Juli über zwei abgefangene Lieferungen an die Huthis, in denen die Raketenkomponenten zwischen anderen Waren versteckt waren. Laut einem Analyst von Conflict Armament sind die Waffenproduktionsstätten der Huthis seien so gut getarnt, dass unklar bleibe, wie weit die Raketenfertigung bereits fortgeschritten sei.

Wichtig sei zudem, dass sich die Huthis aus einer langjährigen Abhängigkeit vom Iran und der  Hisbollah lösen und zunehmend in der Lage sind, eigene Waffen herzustellen. Laut UN-Berichten und Daten von Rüstungsexperten stammen beschlagnahmte Raketen- und Drohnenteile für die Huthis inzwischen vorwiegend von chinesischen Unternehmen. Diese Güter sind von UN- und US-Sanktionen betroffen, was die Lieferungen für Trump politisch brisant machen. China erklärt jedoch man halte sich an das UN-Waffenembargo gegen die jemenitische Gruppierung. 

Allerdings handelt es sich bei den Komponenten teilweise um sogenannte Dual-Use-Güter, die auch zivil genutzt werden können. Der von Saudi-Arabien unterstützten Regierung fielen laut dem Bericht «massgefertigte Metallkomponenten für Raketen, darunter Teile des Antriebs und der Flugzelle – also der Grundstruktur der Rakete» in die Hände. Zudem seien Leitwerke, die die Rakete im Flug stabilisieren, sowie Teile eines Feststoff-Raketenmotors sichergestellt worden (Link).
 

Andreas Mink