DAMASKUS 16. Apr 2019

Gerüchte um Eli Cohens sterbliche Überreste

Der Spion wurde 1965 im Zentrum von Damaskus gehängt.

Befinden sich die sterblichen Überreste des israelischen Meisterspions Eli Cohen auf dem Weg von Syrien nach Israel? Entsprechende Gerüchte machte am Sonntagabend wie wild die Runde in den israelischen Medien. Der in Ägypten geborene Cohen arbeitete als Agent für den Mossad-Geheimdienst in Syrien, wo er es bis zum Chefberater des dortigen Verteidigungsministers brachte. In den Jahren vor dem Sechstagekrieg von 1967 lieferte er Israel wertvolle Informationen. So akzeptierten die Syrer seinen Vorschlag, auf dem Golan neben jeder ihrer Befestigungen Bäume zu pflanzen. Als die IDF dann im Krieg auf Grund dieser topografischen Merkmale die Hügelzügen erobern konnten, war Eli Cohen bereits seit zwei Jahren tot. 1965, nachdem seine wahre Identität bekannt geworden war, wurde Cohen auf dem Märtyrerplatz in Damaskus gehängt. Seither verhinderten die Syrer während Jahren erfolgreich die Herausgabe der Leiche Cohens an die Israeli. Auch wiederholte Appelle der Witwe Nadia Cohen um Auslieferung der sterblichen Überreste ihres Mannes aus humanitären Gründen fruchteten bis jetzt nicht. Laut den jüngsten Gerüchten sind die Russen an den Bemühungen um Eli Cohen ebenso beteiligt wie sie es im Zusammenhang mit der Rückschaffung der sterblichen Überreste des Soldaten Secharia Baumel aus Syrien vor wenigen Wochen gewesen sind. Massgebliche offizielle Stellen in Jerusalem liessen sich bezüglich der Suche um Eli Cohen in diesen Tagen zu keinen Äusserungen hinreissen.

Jacques Ungar