USA - Belgien 05. Jul 2026

Diamanten für Donald 

Donald Trump nahm am Freitag an den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am Mount Rushmore National Memorial in Keystone, South Dakota, teil.

Mit «Bling» aus Antwerpen will das dortige Diamenten-Gewerbe dem US-Präsidenten für Zollerleichterungen danken.

Dutzende Diamanten bilden zwei riesige «T» neben der US-Flagge sowie den Jahreszahlen «1776» und «2026». Weitere Dutzende Edelsteine umrahmen die Zahlen 45 und 47 – die Reihenfolge Trumps unter den US-Präsidenten – in der Form des Superman-Logos. Ein Adler mit Diamantflügeln trägt einen Rubin-Schild und hält einen aus Smaragden gefertigten Olivenzweig in den Fängen. Darüber glitzern eine «250» und der Schriftzug «250 YEARS USA», graviert in 18-karätiges Gold.

Insgesamt 321 Diamanten, 56 Saphire, 13 Smaragde und sechs Rubine zieren den Goldring in Uhrengrösse, den das Antwerp World Diamond Center (AWDC) vergangene Woche dem amerikanischen Botschafter in Belgien, Bill White, überreicht hat, damit dieser das Stück an Trump weitergibt. Der hat sich bereits in einer Videobotschaft zu der Feier anlässlich des 250. Geburtstags der USA in Brüssel revanchiert: «Ein ganz besonderer Dank geht an meine Freunde aus Antwerpen für den grossartigen `Freedom 250´-Ring.» Persönlich empfangen hat Trump die Klitzer-Gabe anscheinend noch nicht.

Hintergrund ist die wendungsreiche Zoll-Politik Trumps, die im Vorjahr auch das traditionsreiche Edelstein-Gewerbe der belgischen Hafenstadt in Nöte gebracht hat. AWDC-Präsident Isidore Mörsel erklärte: «Möge dieser Ring als bleibende Erinnerung daran dienen, dass echte Partnerschaften – genau wie die feinsten natürlichen Diamanten – unter Druck entstehen, die Zeit überdauern und am hellsten strahlen, wenn sie auf Vertrauen gründen.» Auf der Innenseite des Rings ist der Schriftzug «Crafted in Antwerp for Donald John Trump» eingraviert.

Gemessen am Dollarwert verblasst das Glanzstück im Vergleich zu Geschenken an Trump wie dem von Katar gestifteten Flugzeug im Wert von 400 Millionen Dollar. Das Geschenk erfolgt Monate, nachdem die belgische Diamantenindustrie die Aufhebung der US-Zölle auf Diamantenimporte erwirkt hatte. Im letzten September gab der AWDC bekannt, es sei gelungen, einen Einfuhrzoll von null Prozent für die jährlichen Exporte polierter Diamanten aus Antwerpen in die USA im Wert von mehr als zwei Milliarden Dollar zu sichern. Die Organisation hatte der Europäischen Kommission nach eigenen Angaben während deren Zoll-Verhandlungen mit Trump 2025 zwar «Input» geliefert, jedoch selbst keine Lobbyarbeit in Washington betrieben.

US-Präsidenten verfügen über einen erheblichen Ermessensspielraum bei der Annahme von Geschenken aus dem In- und Ausland und können selbst entscheiden, ob ein Geschenk für sie persönlich oder für die Nation bestimmt war. Von der AP befragte Ethik-Experten erklären indes, Trump habe mit der jahrzehntelangen Tradition im Weissen Haus gebrochen, derartige Geschenke nicht anzunehmen.

Das AWDC hat den renommierten Juwelier David Gotlib mit der Fertigung des Stücks betraut. Dessen Manschettenknöpfe werden für mehr als 17.000 Dollar verkauft. Weder der AWDC noch Gotlib wollten eine Schätzung des Ringwerts abgeben; zwei unabhängige Juweliere stuften diesen zwischen 25.000 und 35.000 Dollar ein – halbe/halbe für den Arbeits-Aufwand und die Materialkosten.

Nach der Übergabe des Rings auf einer mit Sternenbannern geschmückten Bühne in Brüssel stimmte die Sängerin Alexis Wilkins – die Freundin von FBI-Direktor Kash Patel – die US-Nationalhymne an, während als 8.000 Gäste den grossen Geburtstag mit Budweiser und Bourbon aus Tennessee und Kentucky feierten (Link).

Andreas Mink