Rückzug nach 43 Jahren bei dem Nachrichten-Kanal; Zusammenhang mit Übernahme durch Paramount.
Bis zum kommenden Juni will Christiane Amanpour ihre Tätigkeit bei CNN schrittweise reduzieren und den Sender dann verlassen. Dies gaben die 68-jährige TV-Journalistin britisch-iranischer Herkunft und CNN-CEO Mark Thompson gestern Montag in getrennten Statements an die Belegschaft bekannt. Thompson erwähnt über Monate laufende Diskussionen mit Amanpour, die seit 43 Jahren für CNN tätig ist und als bekannteste Auslandskorrespondentin des Senders gelten kann.
Offiziell wurden keine Gründe für ihren Abschied bekannt. Die Ankündigung erfolgt jedoch nur wenige Wochen nach der Übernahme der CNN-Mutter Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance. Das Unternehmen wird von David Ellison geleitet, dessen Vater Larry Ellison die Übernahme für 111 Milliarden Dollar mit finanziert hat. Die Ellisons stehen Trump nah und Amampour ist immer wieder durch eine kritische Berichterstattung über den Präsidenten, aber auch Israel hervor getreten.
Amanpour hatte sich im Mai jedoch zu der Übernahme von Warner geäussert. Sie sei angesichts der Einflussnahme von David Ellison bei CBS News – also der Einsetzung der konservativen Meinungsmacherin Bari Weiss als Chefredakteurin – «natürlich besorgt».
In ihrem Statement kündigt Amanpour die Fortführung ihres Podcasts «The Ex-Files» und «spannende neue Projekte in der Zukunft» an. Sie hoffe, dass CNN seiner Tradition des unabhängigen Journalismus treu bleibt: «Denkt daran: Seid immer wahrhaftig – nicht bloss neutral» (Link).