Buch und Veranstaltungen zu Judenfeindlichkeit an deutschsprachigen Hochschulen in Israel und Deutschland.
Unter dem Titel «Ausnahmezustand. Hochschulen im deutschsprachigen Raum seit dem 7. Oktober. Zeugnisse von Betroffenen» haben die prominenten Akademiker Julia Bernstein, Alfred Bodenheimer und Elisabeth Schilling im August einen Band mit 60 Selbstzeugnissen von Mitgliedern des «Netzwerks jüdischer Hochschullehrender» in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie ihres Unterstützungskreises über den zunehmenden Antisemitismus an Universitäten im deutschen Sprachraum publiziert.
Vom 24. Oktober bis zum 23. November stellen die Herausgeber das Buch auf Veranstaltungen in Hannover, Berlin und Göttingen vor. Dazu lädt die Bar-Ilan-Universität in Ramat Gan von 15:00 bis 16:30 Uhr am Sonntag, den 25. Oktober, zu einer Präsentation ein. Nach Ausführungen des Schweizer Botschafters in Israel, S.E. Dr. Simon Geissbühler, stehen ein Vortrag und Lesungen von Prof. Bernstein und Prof. Roglit Ishay sowie eine musikalische Darbietung an.
Der Befund des Bandes: Deutschsprachige Hochschulen seien «seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 kein sicherer Hort mehr für jüdisches Leben.» Auch jenseits der öffentlich sichtbaren Fälle und hasserfüllten Demonstrationen, Besetzungen und Boykottaufrufen an Universitäten habe sich sich die Atmosphäre an vielen Hochschulen für jüdische Studierende und Beschäftigte nachhaltig verschlechtert.
Das Buch dokumentiert Zurückweisung, Ausgrenzung und Vereinsamung in der akademischen Sphäre, die Betroffene einst als ihre geistige Heimat betrachtet hatten und fragt: «Was machte diese Entwicklung mit jüdischen Menschen, die an diesen Hochschulen tätig sind? Welche Strategien entwickelten sie im Umgang mit Anfeindungen und institutionellen Unsicherheiten?» (Link).