Jerusalem 29. Jun 2026

Bewaffnete Sicherheitskräfte für jüdische Gemeinden

Israels Diaspora- und Antisemitismusminister Amichai Chikli fordert die Bewaffnung von Sicherheitskräften jüdischer Gemeinden.

Eine Forderung vom israelischen Diasporaminister.  

Nach mehreren antisemitischen Gewalttaten gegen jüdische Einrichtungen und Personen im Ausland fordert Israels Diaspora- und Antisemitismusminister Amichai Chikli, Sicherheitskräfte jüdischer Gemeinden künftig mit Schusswaffen auszustatten. Dies könne Leben retten, erklärte der Minister auf dem internationalen Policy Summit des Jewish News Syndicate (JNS) in Jerusalem. 
Chikli verwies insbesondere auf den jüngsten Anschlag in Montréal, bei dem ein Polizist angeschossen und ein jüdischer Zivilist getötet worden war. Nach seinen Angaben habe er die kanadische Regierung bereits zuvor davor gewarnt, dass sich das Land in eine ähnliche Richtung wie Australien entwickle, wo antisemitische Übergriffe stark zugenommen hätten. 
Der Minister kritisierte, dass Sicherheitskräfte jüdischer Einrichtungen in vielen Ländern zwar präsent seien, jedoch häufig keine Schusswaffen tragen dürften. «Was bedeutet bewaffneter Schutz, wenn er schwere Anschläge nicht verhindern kann?», fragte Chikli. Gerade in Situationen ausserhalb von Synagogen oder Gemeindezentren könnten bewaffnete Sicherheitskräfte entscheidend eingreifen. Als Beispiel nannte er den Anschlag am Bondi Beach in Australien. Wären dort bewaffnete Sicherheitskräfte vor Ort gewesen, hätte die Gewalt möglicherweise früher gestoppt werden können, argumentierte er. 
Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Gaza-Krieg haben antisemitische Vorfälle in zahlreichen Ländern deutlich zugenommen. Viele jüdische Gemeinden haben ihre Sicherheitsmassnahmen verstärkt und arbeiten enger mit Polizei und privaten Sicherheitsdiensten zusammen. Chiklis Forderung geht jedoch einen Schritt weiter und zielt darauf ab, speziell ausgebildete Gemeindeschutzkräfte mit Feuerwaffen auszurüsten. 
Ob und in welchen Ländern ein solcher Vorschlag rechtlich überhaupt umsetzbar wäre, hängt von den jeweiligen nationalen Waffengesetzen und Sicherheitsbestimmungen ab. In vielen europäischen Staaten gelten für private Sicherheitsdienste und den Besitz von Schusswaffen strenge gesetzliche Einschränkungen.

Redaktion