Iran-Krieg 29. Jun 2026

Erneute Cyber-Angriffe auf iranische Banken?

Vorwürfe des Regimes gegen Israel.  

Wie von der Nachrichtenplattform «Amwaj.com» vermeldet, haben in den letzten zwei Wochen Cyberangriffe den iranischen Bankensektor getroffen. Dabei soll es sich um zwei Wellen um den 13./14. und um den 23. Juni gehandelt haben. Der jüngste Vorfall soll bei drei Grossbanken zu einer vorübergehenden landesweiten Einstellung von Kreditkarten-Dienstleistungen geführt haben.

Die Störungen haben die innenpolitische Debatte über die vom Regime nach den amerikanisch-israelischen Angriffen ab dem 28. Februar verhängte Internet-Sperre entfacht, aber auch Vermutungen geschürt, ob Israel nach dem jüngsten Waffenstillstand zwischen den USA und Iran wieder zu verdeckten Operationen gegen die Islamische Republik übergeht.

Iranische Behördenvertreter haben die letzten Cyberangriffe offiziell bestätigt. Die erste Welle hat die Dienstleistungen der Melli Bank, der Tejarat Bank, der Saderat Bank und der Export Development Bank of Iran beeinträchtigt. Der staatliche Koordinierungsrat der Banken räumte einen «begrenzten Cyberangriff» auf die Kommunikationsinfrastruktur des Sektors ein, betonte jedoch, dass keine Kundendaten kompromittiert worden seien.

Der Angriff vom 23. Juni traf die gleichen Banken und zwang die Branche dazu, kartengestützte Dienste landesweit auszusetzen. Angeblich war dies eine Vorsichtsmassnahme gegen «unbefugte Zugriffe.» Internationale Medien wie der britische «Telegraph» sehen Israel als Urheber der Angriffe. Unter Berufung auf Geheimdienstquellen und Experten behaupten Berichte, Israel könnte versuchen, den Waffenstillstand zwischen Teheran und Washington zu sabotieren.

Der israelische Geheimdienst-Veteran Ronen Solomon behauptet, die Angriffe trügen die Handschrift der Hackergruppe «Predatory Sparrow», die weithin als Tarnorganisation für israelische Cyberoperationen gilt. Die Gruppe hatte zuvor bereits das iranische Verteilungssystem für Benzin und Diesel, sowie die Bank Sepah ins Visier genommen. Israel hat sich zu den Anschuldigungen nicht geäussert.

Derweil werfen Nutzer auf Sozialen Medien in Iran dem Regime vor, mit der 88-tägigen Internet-Sperre während des Krieges die Installation von Sicherheits-Patches verhindert zu haben. Deshalb sei das Bankensystem nach der Aufhebung der Sperre anfällig für Angriffe gewesen (Link).

Andreas Mink