ISRAEL 22. Nov 2021

Bevölkerungszunahme bis ins Jahr 2050

Rasantes Wachstum der Ultra-Orthodoxie.

Eine höchste aussagekräftige Bevölkerungsprognose:  Gemäss einer neuen, vom Nationalen Wirtschaftsrat Israels vorbereiteten Schätzung wird die Bevölkerung Israels bis ins Jahr 2050 um nicht weniger als 70 Prozent gewachsen sein und fast 16 Millionen Menschen betragen. Speziell bemerkenswert ist dabei, dass laut dieser Schätzung bis dann die Ultra-Orthodoxie rund ein Viertel aller Israeli umfassen wird. Die Prognose, die laut «Haaretz» von jetzt an Grundlage für alle staatlichen Planungsprojekte bilden wird, sagt ferner auch voraus, dass der Süden Israels weitaus rascher zunehmen wird als der Norden des Landes. – Derzeit beläuft die Bevölkerung Israels sich auf rund 9,2 Millionen Menschen. Bis 2050 wird dieser Wert laut Prognose auf 15,78 Millionen wachsen, wobei es sich bei fast 80 Prozent um Juden handeln wird. Die arabische Bevölkerung wird sich auf 3,24 Millionen Personen belaufen, wobei deren prozentueller Anteil an der Bevölkerung sich mit rund 21 Prozent im Vergleich zu heute kaum verändert haben wird. «Schlager» der Entwicklung sind jedoch die Ultra-Orthodoxen, deren Anteil an der Bevölkerung bis 2050 auf 3,8 Millionen zunehmen wird. Das sind 24 Prozent der Gesamtbevölkerung, verglichen mit heute 12,6 Prozent – nur  knapp weniger als ein Drittel der jüdischen Gesamtbevölkerung. Das Zentrum des Landes wird die am stärksten bevölkerte Region bleiben und 2050 für  37 Prozent der jüdischen Bevölkerung gut sein. Alles  in allem wird die Bevölkerung des Zentrums um fast 60 Prozent von 3,8 auf fast 6 Millionen Menschen zunehmen. Diese Zahlen legen den Finger auf einen wunden Punkt der Entwicklung. Nach Angaben des Finanzministeriums sind drastische Verbesserungen des Transportnetzes nötig, einschliesslich einem ausgebauten Netz der Untergrundbahnen. Auch muss der Wohnbau gezielt gefördert werden. – Dank gezielter Investitionen in den letzten Jahren ins öffentliche Transportnetz wird aber auch die Bevölkerung des Südens bis 2050 überdurchschnittlich wachsen. So wird die Bevölkerung der Region Ashkelon beispielsweise um rund 50 Prozent von 753'000 auf 1,13 Millionen wachsen. Noch stärker zunehmen wird bis 2050 die ultra-orthodoxe Bevölkerung des Südens, nämlich um fast das Fünffache von heute 139'000 auf 616'000. Die erwartete Migration ist, wie «Haaretz» schreibt, auf die Pläne zurückzuführen, im Negev die neue ultra-orthodoxe Stadt Kasif zu bauen. Zu beachten ist schliesslich auch die Prognose für die Westbank: Dort wird die jüdische Bevölkerung sich bis 2050 von heute 458'000 auf 1,1 Millionen mehr als verdoppeln. Die letzte Zahl könnte aber auf über 860'000 reduziert werden, wenn die Regierung dem politischen Druck standhält und die Bautätigkeit nicht im geforderten Ausmass erhöht.

Jacques Ungar