ISRAEL-IRAN 13. Feb 2018

«Am Horizont droht eine grosse strategische Konfrontation»

Spekulation des ex-Chefs des IDF-Abwehrdienstes.  

 Amos Yadlin, der ehemalige Chef des IDF-Abwehrdienstes und heute Exekutiv-Direktor des Instituts für Nationale Sicherheitsstudien (INSS) sieht eine «grosse strategische Konfrontation» in Syrien am Horizont zwischen Israel und den Iran gegenüber loyalen Truppen. Yadlin machte seinen Kommentar am Tag nach dem Abschuss einer iranischen Drohne über syrischem Territorium und der nachfolgenden Serie von Vergeltungsschlägen der israelischen Luftwaffe über Syrien. «Wir sprechen von einem bisher noch nie unternommenen Versuch», sagte Yadlin mit Bezug auf die Infiltration der Drohne. Die mögliche Motivation sei, so Yadlin, Irans Wunsch gewesen, Israels fortdauernde Versuche zu unterbinden, die Waffentransporte für die schiitische Hizbollahmiliz in Libanon zu unterbinden. «Die Iraner sind nicht zufrieden mit der Handlungsfreiheit, die Israel sich genommen hat. Folglich wollten sie Israel zeigen, dass sie selber auch in der Lage seien, israelische Territorium zu attackieren», kommentierte Yadlin die israelische Reaktion. Israel sei nun, fuhr der ehemalige Abwehrchef fort, in einem schwierigen Dilemma gefangen: Soll man vorbeugend agieren, oder auf den nächsten Krieg warten? «Das israelische Kabinett muss untersuchen, ob die präzisions-gelenkten Raketen in Syrien eine präeventive Operation rechtfertigen würden, auch wenn sie uns zum nächsten Krieg führe könnten». Fürs Erste, so schloss der ex-General seine Überlegungen, scheint die israelische Regierung die iranischen Aktionen in Syrien «Fall um Fall» zu behandeln. – Der ehemalige Luftwaffenpilot Amos Yadlin nahm 1981 an der legendären Operation «Opera» teil, welche die irakische Nuklear-Installation von Osirak zerstörte. 

Jacques Ungar