USA – Entertainment 07. Okt 2026

Abgang mit ambitioniertem Flop

Der Wasserturm von Paramount Pictures ist in Los Angeles zu sehen, im Hintergrund ist das Hollywood-Zeichen zu erkennen.

Warner Bros. glücklos an der Kino-Kasse vor Übernahme durch Paramount Skydance.  

Gestern Dienstag ging mit der formellen Übernahme von Warner Bros. durch das von David Ellison geführte Paramount Skydance für grösstenteils durch Kredite finanzierte 111 Milliarden Dollar ein stürmisches Mega-Drama in der amerikanischen Medien- und Entertainment-Branche zu Ende.

Dabei beginnt das neue Kapitel mit einer schlechten Nachricht: Warner hat zumindest im Kino-Geschäft eine Reihe von Flops gelandet. Am letzten Wochenende lief die ambitionierte Sci-Fi-Satire «Digger» weitgehend in leeren Sälen. Der Film-im-Film um einen grössenwahnsinnigen Ölbaron war ein persönliches Traum-Projekt von Tom Cruise und dem Autorenfilmer Alejandro G. Iñárritu, der mit «Birdman» und «The Revenant» zwei Oscar-nominierte Hits gedreht hat.

Womöglich hatte das Publikum kein Interesse, den ewig jungen Actionstar Cruise als grauhaarigen Senior zu erleben. Laut dem Marktforschungsunternehmen CinemaScore gab das Publikum den Film lediglich die Note C. «Digger» spielte am Wochenende bei Produktionskosten von geschätzt 150 Millionen Dollar nur rund acht Millionen Dollar ein. Dazu kommen fast 100 Millionen Dollar für das Marketing durch Iñárritu und Cruise – der ausschliesslich in Privatjets reist. Dem Studio droht daher ein Verlust von bis zu 150 Millionen Dollar, was den Film zu einem der grössten Flops des Jahres machen würde. Kein Warner-Film hat 2026 die Marke von 100 Millionen Dollar erreicht, auch «Supergirl» geriet zu einem teuren Flop.

Vor einem Jahr war das Studio indes durch Erfolge wie «Sinners» und «Weapons», vor allem aber den Oscar-Gewinner «One Battle After Another» obenauf. David Ellison und seine Topmanager Josh Greenstein und Dana Goldberg haben hier also einige Aufgaben vor sich (Link).

Andreas Mink