Senatorin Elissa Slotkin und Barack Obama in Michigan engagiert.
Obschon in der Haltung zu Israel deutlich auf Distanz, ist die demokratische US-Senatorin Elissa Slotkin in Michigan am Wochenende erstmals gemeinsam mit dem Senatskandidaten Abdul El-Sayed aufgetreten. Slotkin erklärt dabei, die jüdische Wählerschaft sei auch in Michigan kein monolithischer Block und würde auch vor dem Jahrestag des 7. Oktober andere Themen als Israel und Antisemitismus in den Vordergrund stellen.
Jüdische Demokraten in Michigan ringen seit Monaten um ihre Haltung zu El-Sayed, der Israel Völkermord in Gaza vorwirft. Slotkin erklärte: «Es gibt nicht *die* jüdischen Wähler, genauso wenig wie es *die* muslimischen oder *die* schwarzen Wähler gibt. Menschen haben ihre eigenen Ansichten, und ihre Prioritäten bestimmen ihr Wahlverhalten». Sie wolle zeigen, «dass eine jüdische Frau und ein muslimischer Mann miteinander auskommen, debattieren, sich gegenseitig herausfordern und den Bundesstaat voranbringen können.»
El-Sayed erklärte, er und Slotkin seien sich einig, dass «man am Ort seines Gottesdienstes sicher sein sollte», unabhängig von der Religionszugehörigkeit. El-Sayed war in der jüdischen Gemeinschaft auf Kritik gestossen, weil er im Frühjahr auf den Terroranschlag im «Temple Israel» nahe von Detroit mit der Aussage reagiert hatte: «Verletzte Menschen verletzen Menschen.» Er hat sich für diese Äusserung inzwischen entschuldigt.
Bei ihrem gemeinsamen Auftritt in Macomb County bei Detroit am Samstag spielte Slotkin Differenzen zwischen moderaten und progressiven Demokraten herunter: «Die eigentliche Debatte unter Demokraten dreht sich derzeit um `Kampf oder Flucht´». Sie gehöre mit Blick auf Trump zum «Team Kampf»: «und ich brauche jemanden an meiner Seite, der ebenfalls zum `Team Kampf´ gehört.» Trump sei der korrupteste Staatsführer der Weltgeschichte. Der ehemalige irakische Diktator Saddam Hussein «würde seinen Tee vor Schreck ausspucken, wenn er sähe, wie viel Geld Donald Trump seinem eigenen Volk gestohlen hat».
El-Sayed betonte, der Iran-Konflikt treibe die Preise im Inland in die Höhe und erklärte, die USA hätten keinen Grund, diesen Krieg zu führen (Link).
Daneben wurde bekannt, dass Barack Obama am 24. Oktober in Detroit mit El-Sayed und der Gouverneurskandidatin Jocelyn Benson auftreten will. El-Sayed hat Obama zwar als übermässig moderat kritisiert, bezeichnet sich aber neuerdings als grossen Fan und steht in persönlichem Kontakt mit dem ex-Präsidenten, der nicht zuletzt El-Sayeds Schwächen auch bei schwarzen Wählern ausgleichen könnte (Link).