Jüdische Geschichte ist seit Jahrhunderten eng mit Migration verbunden. Eine Online-Ausstellung des Jüdischen Museums Wien erzählt diese Geschichte nun anhand von Judaica, die selbst weite Wege zurückgelegt haben. Gesetzliche Einschränkungen, wirtschaftliche Not, Vertreibung und antisemitische Gewalt zwangen Jüdinnen und Juden immer wieder, ihre Heimat zu verlassen. Mit ihnen wanderten auch religiöse und alltägliche Gegenstände. Die Ausstellung «Die Migration der Dinge – Judaica und ihre unerwarteten Geschichten» rückt diese Objekte ins Zentrum. Ein grosser Teil der Judaica-Sammlung des Museums ist unmittelbar mit der Zerstörung des Wiener Judentums durch die Nationalsozialisten verbunden. Zahlreiche Stücke wurden nach den Novemberpogromen 1938 aus den Trümmern Wiener Synagogen geborgen. Sie erzählen von Verfolgung und Ermordung ihrer einstigen Besitzer, zugleich aber auch vom vielfältigen jüdischen Leben vor der Schoah. Andere Objekte führen weit über Wien hinaus. Ihre Wege reichen von der Ukraine, Dänemark und Italien bis nach Indien, Vietnam und in die USA. So entsteht ein Kaleidoskop jüdischer Weltgeschichte, in dem Migration nicht abstrakt, sondern anhand einzelner Gegenstände und ihrer unerwarteten Geschichten sichtbar wird.
www.online-ausstellungen.jmw.at
Wien, Online
14. Aug 2026
Wenn Dinge wandern
Emily Langloh