Die jüdische US-Schauspielerin und Regisseurin Maggie Gyllenhaal hat zum Auftakt der Filmfestspiele von Venedig die politische Bedeutung des Kinos betont. Als Präsidentin der Wettbewerbsjury erklärte sie, Filme seien «grundsätzlich und unvermeidlich politisch». Angesichts der Kriege in Gaza und der Ukraine sowie politischer Spannungen in den USA stelle sich die Frage, wie man derzeit überhaupt über Filme sprechen könne. Für Gyllenhaal liegt die Antwort in der Fähigkeit des Kinos, Empathie zu schaffen. Auch Geschichten über moralisch fragwürdige Menschen könnten dazu beitragen, andere Perspektiven wahrzunehmen. Die 48-Jährige äusserte sich auch zur geringen Zahl weiblicher Regisseure im Hauptwettbewerb. Darauf reagierte sie zunächst ironisch: Offenbar sei nun endlich klar, dass Männer bessere Filme machten als Frauen. Anschliessend verwies sie auf ein «systemisches Problem»: Für Frauen sei es schwieriger, ihre Filme finanziert zu bekommen. Zudem fragte sie, wer darüber entscheide, welche Themen als künstlerisch wertvoll gelten. Gyllenhaals Regiedebüt «Frau im Dunkeln» wurde 2021 in Venedig mit dem Preis für das beste Drehbuch ausgezeichnet. Zuletzt inszenierte sie «The Bride!», eine Neuinterpretation des Frankenstein-Stoffes. Die 83. Filmfestspiele standen besonders im Zeichen politischer Themen wie Gaza, Migration, Krieg und gesellschaftlicher Spannungen.
Maggie Gyllenhaal
18. Sep 2026
Perspektiven
Emily Langloh