Mehr als zwei Jahre nach seinem Tod lebt das Werk des israelischen Schriftstellers Meir Shalev auf der Leinwand weiter. Der neue Film «For the Love of a Woman» basiert auf seinem Roman «Kayamim achadim» («Wie wenige Tage»), dessen Titel auf die biblische Liebesgeschichte von Jakob und Rachel verweist. Regie führte der Italiener Guido Chiesa, das Drehbuch schrieb Nicoletta Micheli, die nach eigenen Angaben auch ohne jüdischen Hintergrund sofort von Shalevs Erzählweise und den universellen Themen des Romans fasziniert war. Die Handlung spielt in den 1930er-Jahren in einem fiktiven Moschaw im Jesreel-Tal, jener Landschaft, die Shalevs Werk wie kaum eine andere geprägt hat. Im Mittelpunkt steht Yehudit, die von drei Männern geliebt wird und deren Geschichte Jahrzehnte später von einer jungen Frau auf den Spuren ihrer Familiengeschichte rekonstruiert wird. Zur internationalen Besetzung gehören unter anderem Ana Ularu, Mili Avital, Marc Rissmann, Menashe Noy und Moni Moshonov. Der Film feierte bereits 2025 auf Festivals Premiere und ist nun regulär in den Kinos angelaufen. Meir Shalev, der 1948 im Jesreel-Tal geboren wurde und dort 2023 starb, zählt zu den bedeutendsten israelischen Autoren der Gegenwart. Mit Romanen wie «Der blaue Berg», «Esau», «Russischer Roman» oder «Wie wenige Tage» verband er Familiengeschichten, Bibelbezüge und israelische Geschichte zu poetischen Erzählungen voller Humor und Menschlichkeit. Seine Bücher wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Auch seine Kinderbücher geniessen in Israel Kultstatus. Die neue Verfilmung zeigt eindrücklich, dass Shalevs Geschichten auch nach seinem Tod Leser und Kinopublikum weit über die Grenzen Israels hinaus berühren.
Meir Shalev
03. Jul 2026
Neuverfilmung
Emily Langloh