Der israelische Sänger Yishai Levi, einer der bekanntesten Vertreter der Mizrahi-Musik, ist im Alter von 63 Jahren gestorben. Der Musiker litt seit 2005 an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, die er auf die Folgen eines schweren Autounfalls zurückführte. Levi wurde 1963 in Rosh Haayin als Sohn einer religiösen Familie jemenitischer Herkunft geboren. Bereits als Jugendlicher begann er aufzutreten. In den folgenden vier Jahrzehnten entwickelte er sich zu einer der prägenden Stimmen der israelischen Musikszene und veröffentlichte 17 Studioalben. Seine markante Stimme machte ihn weit über die Mizrahi-Musik hinaus bekannt. Besondere Aufmerksamkeit erhielt Levi 1993 mit dem Lied «Shalom lach Azza» («Leb wohl, Gaza»), das den israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen nach den Oslo-Abkommen thematisierte. Das Lied wurde international beachtet. Zwei Jahre später trat Levi bei der Friedenskundgebung in Tel Aviv auf, an deren Ende Ministerpräsident Jitzchak Rabin ermordet wurde. Auch persönliche Krisen prägten sein Leben. Levi sprach offen über seine Drogensucht, Gefängnisaufenthalte und Phasen der Rehabilitation. Trotz Rückschlägen kehrte er immer wieder auf die Bühne zurück. Musik und die Liebe seines Publikums seien die Kräfte gewesen, die ihn getragen hätten. In seinen letzten Jahren arbeitete Levi mit Künstlern wie Arkadi Duchin und Elai Botner zusammen und nahm Duette mit seinen Söhnen Shir und Oshri auf. 2025 war er in der Fernsehsendung «The Masked Singer» zu sehen. Seit Anfang 2026 hatte er aus gesundheitlichen Gründen keine Konzerte mehr gegeben. Levi hinterlässt seine Ehefrau und fünf Kinder.
Yishai Levi
12. Jun 2026
Musikikone
Emily Langloh