Die Trump-Regierung verzichtet darauf, von der University of Pennsylvania Namen und persönliche Daten jüdischer Universitätsangehöriger zu verlangen. Die Untersuchung wegen möglicher antisemitischer Diskriminierung wird jedoch fortgesetzt.
Die US-Gleichstellungsbehörde EEOC hat eine umstrittene Vorladung gegen die University of Pennsylvania zurückgezogen. Damit muss die Hochschule vorerst keine Liste mit Namen und Kontaktdaten jüdischer Mitarbeiter und weiterer jüdischer Universitätsangehöriger herausgeben. Im Gegenzug beendet Penn seine Berufung gegen ein Gerichtsurteil, das die Universität zur Kooperation verpflichtet hatte.
Die EEOC hatte die Daten im Rahmen einer Untersuchung zu antisemitischer Diskriminierung am Arbeitsplatz verlangt. Die Behörde wollte unter anderem Kontakt zu möglichen Betroffenen und Zeugen aufnehmen. Penn verweigerte die Herausgabe persönlicher Angaben mit Verweis auf Datenschutz, Religionsfreiheit und das Recht auf Vereinigungsfreiheit, übermittelte den Ermittlern jedoch nach eigenen Angaben fast 900 Seiten mit Unterlagen.
Die Forderung hatte bei jüdischen Studenten, Dozenten und Organisationen grosse Beunruhigung ausgelöst. Kritiker warnten davor, staatliche Listen jüdischer Personen zu erstellen. Ein Bundesrichter hatte die Vorladung im März weitgehend bestätigt, zugleich aber die Herausgabe von Informationen über Mitgliedschaften in jüdischen Organisationen wie Hillel oder Chabad eingeschränkt.
Mit dem Rückzug der Vorladung ist lediglich der Rechtsstreit über die Namenslisten beendet. Die umfassendere EEOC-Untersuchung gegen Penn läuft weiter; die Behörde kann später erneut rechtliche Schritte gegen die Ivy-League-Universität einleiten.