Jerusalem 27. Jul 2026

Strock gewinnt Vorwahl der Religiösen Zionisten

Ministerin Orit Strock in der Knesset im vergangenen Jahr.

Die israelische Siedlungsministerin Orit Strock hat die parteiinterne Vorwahl der rechtsreligiösen Partei Religiöser Zionismus klar gewonnen. 

Strock, die während des Gaza-Kriegs erklärt hatte, Israel müsse seinen Militäreinsatz auch dann ausweiten, wenn dadurch das Leben israelischer Geiseln gefährdet werde, führt damit die Wahlliste der Partei für die Parlamentswahl im Oktober an. 

Hinter Strock landeten der Knesset-Abgeordnete Simcha Rothman, einer der Architekten der umstrittenen Justizreform, sowie weitere prominente Vertreter des nationalreligiösen Lagers. Parteichef Bezalel Smotrich behält als Vorsitzender seinen Spitzenplatz auf der Wahlliste. Zudem reservierte die Partei einen Listenplatz für Zvika Mor, dessen Sohn Eitan seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 als Geisel verschleppt wurde. 

Die Vorwahl findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem sich die Umfragewerte der Partei nach einer längeren Schwächephase wieder erholen. Mit der Wahl Strocks an die Spitze des Parteirankings setzt der Religiöse Zionismus ein Signal für einen kompromisslosen Kurs in Sicherheits- und Siedlungsfragen.Strock hatte wiederholt erklärt, ein militärischer Sieg über die Hamas müsse Vorrang vor anderen Erwägungen haben – auch wenn dies Risiken für die verbliebenen Geiseln bedeute. Diese Haltung löste in Israel scharfe Kritik aus, insbesondere bei Angehörigen der Geiseln und Oppositionspolitikern. 

Redaktion