Hamburg 30. Apr 2021

Max Halberstadts Fotografien

Max Halberstadt (1882–1940) war in den 1920er-Jahren einer der bekanntesten Porträtfotografen Hamburgs. Berühmt wurde er nicht zuletzt wegen der ikonografischen Aufnahmen seines Schwiegervaters Sigmund Freud. Anders als die bis heute weltweit publizierten Porträts geriet Max Halberstadt leider in Vergessenheit. In den einschlägigen Fotografenlexika sucht man ihn vergeblich. Max Halberstadt betrieb bereits kurz nach seiner Lehre im Atelier von Rudolf Dührkoop als Porträt- und Landschaftsfotograf ein eigenes Atelier. Seine Bilder erschienen in verschiedenen Presseorganen und Fachzeitschriften. Darüber hinaus dokumentierte er Gräber des Jüdischen Friedhofs in Altona. Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten im Jahr 1933 verschlechtere sich die wirtschaftliche und soziale Lebenssituation Max Halberstadts dramatisch. Führende Industriefirmen wie Reemtsma, Darboven und Dralle zogen sich wegen seiner jüdischen Herkunft als Kunden zurück. Nach dem erzwungenen Verkauf seines Ateliers emigrierte er 1936 nach Südafrika. Im Exil gelang ihm zwar die Neugründung eines Ateliers, doch war es ihm nicht vergönnt, seine Karriere auch nur annähernd so erfolgreich fortzusetzen. Max Halberstadt starb im Alter von nur 58 Jahren in Johannesburg. Die von dem Hamburger Publizisten Wilfried Weinke kuratierte Ausstellung «Der Fotograf Max Halberstadt ‹… eine künstlerisch begabte Persönlichkeit)» im Museum für Hamburgische Geschichte will dem Fotografen die gebührende Würdigung und den verdienten Platz in der Fotogeschichte Hamburgs verschaffen. 
Museum für Hamburgische Geschichte. Holstenwall 24, Hamburg. 7. Mai bis 3. Januar 2022. www.shmh.de

Sarah Leonie Durrer