Ein Auftritt des US-Rappers Macklemore als Vorprogramm von Ed Sheeran sorgt in den USA für heftige Kritik. Bei zwei Konzerten im MetLife Stadium in New Jersey am Freitag und Samstag rief der 43-Jährige mehrfach «Free Palestine» und warf Israel «Apartheid» und «Genozid» vor. Anschliessend spielte er seinen 2024 veröffentlichten Protestsong «Hind’s Hall», während auf den Grossbildschirmen Bilder aus Gaza und von propalästinensischen Demonstrationen gezeigt wurden. Teile des Publikums jubelten, andere reagierten empört. Mehrere jüdische und israelische Konzertbesucher berichteten, sie hätten sich von dem politischen Auftritt überrumpelt gefühlt. Einige verliessen während Macklemores Set ihre Plätze oder das Konzert. Besonders kritisiert wurde, dass der Rapper nach der Kontroverse vom Freitag am Samstag erneut mit derselben Botschaft auftrat. Der Israeli-American Council (IAC) startete daraufhin eine Petition und fordert Sheeran und dessen Management auf, Macklemore von den verbleibenden neun Terminen seiner US-Tour zu streichen. Ein Ed-Sheeran-Konzert sei weder politische Kundgebung noch Protestveranstaltung, argumentiert die Organisation. Auch die Organisation StopAntisemitism kritisierte den Auftritt und erklärte, jüdische Konzertbesucher sollten solcher «Propaganda» nicht ausgesetzt werden. Unterstützung erhielt Macklemore hingegen von Fans, die Künstlern das Recht zusprachen, ihre Bühne für politische Anliegen zu nutzen. Der jüdische Schauspieler Michael Rapaport griff den Rapper auf X scharf an und stellte auch Sheerans Entscheidung infrage, ihn auftreten zu lassen. Macklemore selbst betonte auf der Bühne, Kritik an Israel richte sich nicht gegen Juden; seine Botschaft gelte Frieden und Gleichberechtigung. Sheeran hat sich bislang nicht öffentlich zu der Kontroverse geäussert.
Macklemore
11. Sep 2026
Kontroverse
Emily Langloh