USA-Kino 03. Dez 2018

Gloria Katz verstorben

Sie hat mit ihrem Gatten Welt-Hits geschrieben, aber auch einen gigantischen Flop. Nun ist die Drehbuch-Autorin Gloria Katz im Alter von 76 Jahren einem Krebsleiden erlegen.

Genie und Wahnsinn, Hit und Flop liegen gerade in Hollywood nahe bei einander. Diese Erfahrung haben die Drehbuch-Autoren Gloria Katz und Willard Huyck im Lauf einer formidablen Karriere gemacht. Im Jahr 1973 trat sein Studienfreund George Lucas an Huyck heran und bat das Paar um Hilfe bei dem Script für «American Graffiti». Der Film über eine Gruppe kalifornischer Teenager im Jahr 1962 wurde ein Kassenschlager und brachte nicht nur dem Darsteller Harrison Ford und dem Regisseur Lucas den Durchbruch, sondern verhalf auch dem Ehepaar Katz-Huyck zum Sprung in die erste Liga Hollywoods.

 

Katz ist am gestrigen Sonntag im Alter von 76 Jahren in Hollywood einem Krebsleiden erlegen. Sie wurde dort 1942 als Tochter eines wohlhabenden Truck-Stop-Betreibers russisch-jüdischer Herkunft geboren. Katz lernte Huyck an der renommierten Filmschule der University of California in Los Angeles kennen. Das Paar arbeitete von 1967 an zusammen und verbrachte endlose Stunden in einem Büro, wobei Katz ihrem Gatten das Tippen von Dialogen und Handlungs-Ideen überliess. Bis 1973 schaffte es nur ihr billiger Horror-Thriller «Messiah of Evil» in die Kinos (Link).

 

Nach dem Erfolg von «American Graffiti» arbeitete das Paar 1977 diskret am Drehbuch des ersten «Star Wars»-Filmes und verwandelte die Prinzessin Leia von einer passiven Figur nach traditionellem Muster in eine energische Protagonistin. Katz und Huyck peppten die Sternen-Saga zudem mit Humor auf und schrieben etwa ein Drittel der Dialoge. 1984 lieferte das Paar das Drehbuch für Steven Spielbergs «Indiana Jones and the Temple of Doom» und lieferte damit einen weiteren Welthit (Link).

 

Der Flop folgte zwei Jahre später, als Katz und Huyck nicht allein das Drehbuch für die abstruse Sci-Fi-Komödie «Howard the Duck» schrieben – Huyck übernahm auch die Regie. Deutsch als «Howard – ein tierischer Held» bekannt, galt das Werk rasch als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten. Aber Katz hat vor einigen Jahren erklärt, inzwischen habe «Howard» eine Kult-Gemeinde von Fans gefunden (Link).

Andreas Mink