Amanda Peet 27. Mär 2026

Doppelrolle

Die US-Schauspielerin Amanda Peet steht derzeit gleich doppelt im Fokus: mit einem neuen Film und einem sehr persönlichen Essay. In der Tragikomödie «Fantasy Life», die Anfang April in die Kinos kommt, spielt sie eine ehemalige Schauspielerin, die versucht, an frühere Erfolge anzuknüpfen. Der Film, geschrieben und inszeniert von Matthew Shear, kreist um eine neurotische jüdische Familie, Therapiegespräche und zwischenmenschliche Verstrickungen, eine Mischung aus Humor, Melancholie und Selbstbeobachtung. Peet, die selbst aus einer jüdischen Familie stammt, verkörpert darin Dianne, eine Mutter von drei Kindern, die sich zwischen Alltag, künstlerischem Anspruch und persönlichen Krisen bewegt. Die Geschichte entfaltet sich in Begegnungen, Gesprächen und familiären Situationen, die zugleich absurd und zutiefst menschlich wirken. Der Film wurde beim Festival South by Southwest ausgezeichnet, Peet selbst erhielt einen Sonderpreis der Jury für ihre Darstellung. Parallel dazu hat Peet mit einem Essay für das Magazin «The New Yorker» Aufmerksamkeit erregt. Darin berichtet sie von einer Brustkrebsdiagnose im Herbst 2025, in einer Zeit, in der beide Eltern gleichzeitig in Hospizen lagen. Die Diagnose erfolgte nach einer Routineuntersuchung; es handelte sich um einen behandelbaren Tumor. Peet unterzog sich einer Operation und Strahlentherapie, eine Chemotherapie blieb ihr erspart. Besonders eindrücklich schildert sie die Gleichzeitigkeit von Krankheit, Angst und Abschied. Zwischen Filmrolle und persönlicher Offenheit zeigt sich Peet derzeit so präsent wie lange nicht: als Schauspielerin, die komplexe Figuren verkörpert, und als Autorin, die eigene Verletzlichkeit sichtbar macht.

Emily Langloh