Jerusalem/Washington 07. Dez 2017

US-Botschaft nach Jerusalem?

Ungewissheit, Konfrontationsgeist und wachsende Nervosität prägten am Mittwoch in den Stunden vor der offiziellen Jerusalem-Deklaration des amerikanischen Präsidenten Donald Trump die Stimmung in Israel, der Westbank und der arabischen Welt. Die palästinensischen Fraktionen in der Westbank erklärten angesichts der erwarteten Entscheidung von US-Präsident Donald Trump bezüglich der amerikanischen Jerusalem-Politik «drei Tage der Wut und des Protestes». Am Dienstag hatte Trump bekanntlich Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas und dem jordanischen König Abdullah II gegenüber telefonisch seine Absicht bekräftigt, die US-Botschaft (Foto) nach Jerusalem verlegen zu wollen. Nach Angaben der Palästinenser sollen die Proteste mindestens bis heute Freitag anhalten. Die Mehrheit der Aktivitäten wurde in Stadtzentren in der Nähe amerikanischer Botschaften und Konsulate erwartet. Für Donnerstagmittag war ein Hauptmarsch in Ramallah geplant, zu dem Sympathisanten aus der ganzen Westbank erwartet wurden. Neben den Einsatzkräften der IDF werden Tausende von Polizisten am Wochenende Zusatzdienst leisten. Wie und wann die Lage sich wieder beruhigen soll, war zunächst eine Frage, die niemand beantworten konnte (vgl. S. 5).
 

Jacques Ungar