WESTJORDANLAND 21. Mai 2026

Kontrolle über historische Stätten

Die israelische Regierung hat ein 250-Millionen-Schekel-Programm zur Entwicklung archäologischer und historischer Stätten im Westjordanland beschlossen. Parallel dazu treibt die Knesset ein Gesetz voran, das eine zivile israelische Altertumsbehörde für das Gebiet schaffen soll. Kritiker sprechen von einem weiteren Schritt Richtung Annexion. Die Regierung unter Premierminister Netanyahu hat Investitionen von rund 250 Millionen Schekel (etwa 86 Millionen Dollar) für Tourismus-, Kultur- und Archäologieprojekte in «Judäa und Samaria» genehmigt. Geplant sind Besucherzentren, Infrastruktur sowie Massnahmen gegen Plünderungen archäologischer Stätten. Netanyahu erklärte, Israel sichere damit seine historische Verbindung zum Land. Zugleich bereitet der Knesset-Ausschuss für Bildung und Kultur ein Gesetz für die zweite und dritte Lesung vor, das die Verantwortung für Altertümer im Westjordanland von der Militärverwaltung auf eine zivile Behörde unter dem Kulturerbeministerium übertragen würde. Befürworter sprechen von besserem Schutz für Tausende historischer Stätten. Kritiker warnen dagegen vor einer politischen Instrumentalisierung der Archäologie. Die israelische NGO Emek Shaveh bezeichnet das Vorhaben als Teil einer schleichenden Annexion. Auch palästinensische Vertreter werfen Israel vor, zivile Kontrolle in besetzten Gebieten auszubauen.

Redaktion