Rischon LeZion 29. Mai 2026

Bauen mit Gedächtnis

Die diesjährigen israelischen Architekturpreise, oft als «Oscars der Architektur» bezeichnet, standen stark im Zeichen von Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und der aktuellen Sicherheitslage. Für den Wettbewerb des Verbands der Architekten und Stadtplaner Israels wurden rund 200 Projekte in zwölf Kategorien eingereicht, so viele wie noch nie zuvor. Zu den ausgezeichneten Projekten gehören unter anderem das Kultur- und Gemeinschaftszentrum beim Bahnhof Herzlia des Architekten Assaf Lerman, ein neues Wüstenquartier in Mizpe Ramon sowie ein modernes Sport- und Schwimmzentrum in Bnei Brak, das speziell auf die Bedürfnisse der charedischen Bevölkerung ausgerichtet wurde. Viele der prämierten Entwürfe verbinden ökologische Lösungen mit neuen Formen gemeinschaftlichen Lebens. Besondere Aufmerksamkeit erhielt auch das im Dezember 2025 eröffnete Bibas-Denkmal im Kibbuz Tzeelim, das in der Kategorie Landschaftsarchitektur im öffentlichen Raum eingereicht wurde. Entworfen wurde die Gedenkstätte vom Architekten Tzvika Pasternak. Sie erinnert an Shiri Bibas und ihre beiden Söhne Ariel Bibas und Kfir Bibas, die während der Geiselnahme nach dem 7. Oktober ermordet wurden. Die Veranstalter würdigten zusätzlich Architektinnen und Architekten, die während des Kriegs wiederholt Reservedienst leisteten und gleichzeitig ihre berufliche Arbeit fortführten. Den Preis für das Lebenswerk erhielt David Guggenheim für seine jahrzehntelangen Beiträge zu Architektur, Städtebau und Ausbildung in Israel.

Emily Langloh