Sieben Wochen vor der israelischen Parlamentswahl stehen die Kandidatenlisten fest. Insgesamt 38 Parteien reichten bis zum Ablauf der Frist ihre Listen für die Wahl zur 26. Knesset am 27. Oktober ein. Grössere Überraschungen oder Zusammenschlüsse in letzter Minute blieben aus. Damit könnte vor allem die Zersplitterung des rechten Lagers über die künftigen Mehrheitsverhältnisse entscheiden. Ministerpräsident Binyamin Netanyahu tritt mit dem Likud für eine siebte Amtszeit an. Um Stimmenverluste durch kleine Parteien zu verhindern, hatte er bis zuletzt auf ein gemeinsames Antreten seiner bisherigen Verbündeten gedrängt. Finanzminister Bezalel Smotrich vereinigte seine Partei Religiöser Zionismus mit der von Moshe Feiglin geführten Partei Zehut. Der rechtsextreme Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir widersetzte sich hingegen Netanyahus Forderung und tritt mit Otzma Yehudit eigenständig an. Auch der frühere Brigadegeneral Ofer Winter reichte eine separate Liste ein. Er könnte dem Regierungsblock entscheidende Stimmen entziehen, falls seine Partei an der Sperrklausel scheitert. Diese liegt bei 3,25 Prozent, was mindestens vier Mandaten entspricht. Netanyahu warnte wiederholt, dass verlorene Stimmen kleiner Rechtsparteien seinen Gegnern zur Mehrheit verhelfen könnten. Umfragen sehen seinen nationalreligiösen Block derzeit unter den notwendigen 61 Sitzen. Netanyahus stärkster Herausforderer ist der frühere Generalstabschef Gadi Eisenkot mit seiner Partei Yashar, die in Umfragen gleichauf mit oder vor dem Likud liegt. Der ehemalige Ministerpräsident Naftali Bennett führt die gemeinsame Liste B’Yachad mit Yair Lapid an. Benny Gantz, Avigdor Lieberman und die Demokraten treten ebenfalls eigenständig an. Auch die arabischen Parteien gehen mit mehreren Listen ins Rennen. Die Wahl dürfte damit nicht nur über Netanyahus Zukunft, sondern auch über die politische Neuordnung Israels entscheiden.
jerusalem
11. Sep 2026
38 Parteien treten zur Wahl an
Redaktion