Dolly Parton 04. Sep 2026

Verbindung

Country-Ikone Dolly Parton, die letzte Woche im Alter von 80 Jahren starb, war tief im christlichen Glauben verwurzelt und hinterliess dennoch Spuren in der jüdischen Welt. Besonders sichtbar ist ihr Einfluss bei der PJ Library. Deren Gründer Harold Grinspoon hörte 2005 ein Interview über Partons «Imagination Library», die Kindern kostenlos Bücher zusendet. Das Modell inspirierte ihn zu einer jüdischen Version, die heute Familien weltweit mit Büchern über jüdische Geschichten und Traditionen erreicht. Auch Partons Musik enthält Bezüge zur Hebräischen Bibel. Ihr Hit «Coat of Many Colors» geht auf ihre Kindheit zurück: Ihre Mutter nähte ihr aus Stoffresten einen Mantel und erzählte dabei die Geschichte von Josef und seinem vielfarbigen Gewand. In «The Master’s Hand» griff Parton zudem Noah sowie Schadrach, Meschach und Abed-Nego aus dem Buch Daniel auf. Für ihre Karriere waren auch jüdische Weggefährten wichtig. Ihr Manager Sandy Gallin, ein jüdischer New Yorker aus Brooklyn, half ihr beim Wechsel vom Country- zum Popstar. Er überzeugte sie, «Here You Come Again» aufzunehmen, geschrieben vom jüdischen Songwriter-Ehepaar Barry Mann und Cynthia Weil. Mit Gallin verband Parton eine jahrzehntelange Freundschaft. Nach seinem Tod 2017 sagte sie, kaum jemand habe verstanden, was ein christliches Mädchen aus dem Süden und ein jüdischer Junge aus New York gemeinsam hatten, doch ihre Verbindung sei echt gewesen.

Emily Langloh