Mitarbeitende von Brussels Airlines sollen gegen ihren Willen auf Flügen nach Tel Aviv eingesetzt werden. Die Gewerkschaft ACV Puls wirft der Fluggesellschaft vor, damit eine frühere Vereinbarung zu brechen, und droht mit Streikmassnahmen.
Die belgische Gewerkschaft ACV Puls hat eine formelle Streikankündigung gegen Brussels Airlines eingereicht. Grund ist die Entscheidung der Fluggesellschaft, Besatzungsmitglieder künftig wieder regulär für Flüge nach Tel Aviv einzuteilen. Nach Angaben der Gewerkschaft war zuvor vereinbart worden, auf dieser Strecke ausschliesslich freiwilliges Personal einzusetzen.
Die Mitarbeitenden hätten sowohl Sicherheitsbedenken als auch Einwände gegen die «psychologischen und ethischen Auswirkungen» solcher Flüge, erklärte ACV Puls. Die Gewerkschaft verwies auf den Krieg im Gazastreifen und auf die Reisewarnung des belgischen Aussenministeriums für nicht notwendige Reisen nach Israel.
Sollte Brussels Airlines ihre Entscheidung nicht zurücknehmen, könnten Arbeitsniederlegungen folgen. Diese sollen sich ausschliesslich auf Verbindungen von und nach Tel Aviv beschränken. Die Gewerkschaft kündigte zudem an, Beschäftigte zu schützen, die einen Einsatz auf der Strecke verweigern.
Brussels Airlines erklärte, die Sicherheit der Mitarbeitenden habe höchste Priorität. Nach der Wiederaufnahme der Tel-Aviv-Verbindungen im Sommer seien zunächst Freiwillige eingesetzt worden. Da der Betrieb erfolgreich verlaufen sei, kehre man nun zur üblichen Personaleinsatzplanung zurück. Die Lage werde gemeinsam mit den übrigen Fluggesellschaften der Lufthansa-Gruppe laufend geprüft.