Gal Gadot 15. Mär 2019

Seltene Äusserung

«Wonder Woman»-Darstellerin Gal Gadot beteiligte sich am Sonntagabend an einem Sturm der Entrüstung in den sozialen Medien und kritisierte dabei heftig die israelische Politik. Grund für den Shitstorm war, dass Gadot Model und Schauspielerin Rotem Sela unterstützte, die ihrerseits auf einem In­stagram-Post Kulturministerin Miri Regev angegriffen hatte. Regev hatte in einem TV-Interview davor gewarnt, dass die Blauweiss-Partei mit arabischen Parteien kooperieren würde. Diesbezüglich schrieb Sela auf Instagram: «Regev sitzt da und erklärt, die Öffentlichkeit müsse aufpassen. Denn wenn Benny Gantz gewählt würde, müsste er mit den Arabern eine Regierung bilden. Mein Gott, es gibt auch arabische Bürger in diesem Land!» Sela fuhr fort: «Israel ist ein Staat für alle Bürger. Auch die Araber, Gott helfe uns, sind Menschen.» Nachdem Selas Post eine Flut an bedrohlichen Reaktionen­ hervorgerufen hatte, unterstützte Gadot sie auf Instagram: «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst», schrieb die Schauspie­lerin. Und weiter: «Es geht nicht um Rechte oder Linke, Juden oder Araber, um weltliche oder religiöse. Rotem, Schwester, du bist eine In­­spiration für uns alle.» Ein seltener Kommentar von «Wonder Woman», die sich seit ihrem Umzug nach Hollywood­ nur unklar über ihre politischen Ansichten äusserte. Am Sonntagmorgen reagierte dann schliesslich Premierminister Binyamin Netanyahu höchst persönlich auf Selas Beitrag auf Instagram. Unter einem Bild von sich mit der israelischen Flagge schrieb er: «Liebe Rotem, eine wichtige Kor­rektur: Israel ist nicht ein Staat aller Bürger. Nach dem Nationalstaats­gesetz ist Israel der Nationalstaat des jüdischen Volkes.»

Nicole Dreyfus