USA 02. Feb 2026

Überraschungserfolg für «Melania»

Der Dokumentarfilm «Melania» soll in den USA über 8 Millionen Dollar eingespielt haben.

Trump-Anhänger zeigen Flagge; Regisseur Brett Ratner taucht erneut in «Epstein Files» auf.

Spott, Hohn und Verrissen der Kritik zum Trotz hat «Melania» laut ersten Schätzungen an amerikanischen Kinos über acht Millionen Dollar eingespielt und damit vorherige Prognosen weit übertroffen. Der von Amazon vertriebene Dokumentarfilm von Brett Ratner schildert die 20 Tage der vormaligen und heutigen First Lady vor der zweiten Amtszeit Trumps im vergangenen Jahr und spielte anscheinend das beste Ergebnis für das Genre seit über einem Jahrzehnt ein.

Amazon hat 75 Millionen Dollar für die Vertriebsrechte und das Marketing des Films bezahlt, der laut Branchendiensten damit auch die teuerste Dokumentation aller Zeiten ist. Melania Trump war als ausführende Produzentin an dem Projekt beteiligt und hat dafür Ende 2024 die Firma Muse Films gegründet. Das starke Einspielergebnis ist hauptsächlich einem Publikum über 55 Jahren und dabei vor allem Frauen zu verdanken, die knapp drei Viertel der Zuschauer ausmachten. Kinos in ländlichen Gebieten trugen ungewöhnlich hohe 46 Prozent zum Wochenendergebnis bei, dies galt angesichts von Schnee und Eis im Osten und Nordosten besonders für Florida, Texas und Arizona.

Anscheinend sahen Trump-Fans gerade die beissende Kritik etablierter Medien als Anreiz, in die Kinos zu gehen. Den Kassenrekord im Genre hält indes weiter «Fahrenheit 9/11» von Michael Moore über den ehemaligen Präsidenten George W. Bush und die Terroranschläge von 2001 mit Einnahmen von 119 Millionen Dollar im Jahr 2004, was inflationsbereinigt etwa 208 Millionen Dollar entspricht (Link).

Für den 2017 wegen Missbrauchs-Vorwürfen in Verruf geratenen Regisseur Ratner brachte das Wochenende indes schlechte Nachrichten: Eine weitere Publikation von Dateien mit Bezug zu Jeffrey Epstein brachte erneut Fotos, die Ratner mit dem Sexual-Straftäter und retouchierten, jungen Frauen auf einer Couch zeigen (Link).

Andreas Mink