«Ich trage den Davidstern für jene Kinder, die es im heutigen Schweden nicht wagen», erklärte Mohamsson bei der Debatte im Vorfeld der Parlamentswahlen im September. Die Vorsitzende der liberalen Partei Liberalerna stammt aus einer schiitischen Familie: Ihr Vater ist Palästinenser und wurde in Haifa geboren, ihre Mutter kommt aus dem Libanon. Mohamsson selbst bezeichnet sich nicht als Muslimin. In der Debatte griff sie zudem die sozialistische Linkspartei scharf an. Diese unterstütze inhaftierte Palästinenser, die wegen tödlicher Terroranschläge auf Israelis verurteilt worden seien, und sende «Liebesbriefe an die Hamas». Hintergrund war ein Schreiben der linken Abgeordneten Ilona Szatmari Waldau an Ahmad al-Moghrabi, einen Kommandeur der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, der mehrere lebenslange Haftstrafen verbüsst. Waldau entschuldigte sich später und erklärte, die Solidaritätskampagne hätte keine wegen Gewalttaten verurteilten Gefangenen einschliessen dürfen. Nach ihrem Auftritt wurde Mohamsson in den sozialen Medien mit Hassbotschaften und Drohungen überzogen. Sie und ihre Partei warnen seit Längerem vor Antisemitismus durch Islamisten ebenso wie durch Rechtsextreme.
Schweden
28. Aug 2026
Ministerin trägt Davidstern
Redaktion