Yvette Lundy 08. Nov 2019

Im Widerstand und im KZ

Der Résistance war sie zu Beginn der Nazi-Besetzung von Frankreich beigetreten. 1944 wurde sie im Alter von 28 Jahren von der Gestapo verhaftet, verhört und gefangen ge­­nommen. Sie verbrachte Zeit in den Konzentrationslagern von Ravensbrück und später auch von Buchenwald. Dann wurde sie einer Kommandoeinheit von Sklavenarbeitern unweit von Weimar zugeteilt. Im April 1945 wurde sie von der russischen Armee befreit. Lundy kehrte danach nach Frankreich zu­rück, doch sie begann erst 1959, über ihre Kriegserlebnisse zu sprechen. «Die Worte von Yvette Lundy waren ein machtvoller Ruf für die Wachsamkeit der Bürger, damit die dunkelsten Stunden des 20. Jahrhunderts sich nie wiederholen würden», hiess es in einer vom Büro von Staatspräsident Emmanuel Macron anlässlich ihres Todes veröffentlichten Erklärung. Ihre Memoiren «Le fil de ľaraignée» (Das Spinnennetz) wurden 2012 veröffentlicht. 2017 erhielt Yvette Lundy die Auszeichnung des Grand Officier der Ehrenlegion, eine der höchsten Ehrungen, die Frankreich zu vergeben hat.
 

Jacques Ungar