USA – Politik 29. Jan 2026

Alexander Vindman vor schwieriger Aufgabe

Alexander Vindman auf einer Archivaufnahme aus dem Jahr 2019.

Der Demokrat bewirbt sich im konservativen Florida um einen Sitz im US-Senat.  

Bereits am Dienstag hat der Demokrat und ehemalige Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrats Alexander Vindman seine Kandidatur für den Senat in Florida bekannt gemacht. Der Immigrant aus der Ukraine hat als «Whistleblower» massgeblich zum ersten Amtsenthebungs-Verfahren gegen Donald Trump 2019 beigetragen und tritt nun gegen gegen die republikanische Senatorin Ashley Moody an.

Vindmans Bewerbung dürfte die Aufmerksamkeit für das Rennen verstärken. Immerhin ist Florida Heimatstaat von Trump und dieser bringt Vindman dank dem Impeachment von 2019 besondere Abneigung entgegen. Gleichzeitig tendiert der einstige «Swing State» seit der Obama-Ära zunehmend konservativ. Vindman dürfte daher keinen leichten Stand haben. 

Vindman hatte 2019 als Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrats vor dem Kongress über Trumps Telefonat mit Wolodymyr Selenskyj ausgesagt. Demnach hatte der Präsident von seinem ukrainischen Amtskollegen Ermittlungen gegen den damaligen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden und dessen Sohn Hunter gefordert. Trump schien die zukünftige US-Hilfe an die Bereitschaft der Ukraine zu knüpfen, eine für Biden schädliche Untersuchung einzuleiten.

Der Senat sprach Trump frei. Dieser entliess den Armee-Oberstleutnant Vindman von dessen Position im Nationalen Sicherheitsrat. Vindman wurde ein prominenter Trump-Kritiker, veröffentlichte zwei Bücher und arbeitete für VoteVets, eine Organisation, die Veteranen wie ihn selbst bei der Wahl in öffentliche Ämter unterstützt. Nun ruft er seine persönlichen Erfahrungen in einem Wahlkampfvideo in Erinnerung: «Dieser Präsident hat eine Schreckensherrschaft und Vergeltungsmassnahmen entfesselt, nicht nur gegen mich und meine Familie, sondern gegen uns alle… Heute herrscht in unserem Land Chaos.» Zudem wirft er Moody vor, für den Senat nominiert worden zu sein, um «eine Ja-Stimme für Trump und die Milliardäre» abzugeben. 

Vindmans Zwillingsbruder Eugene Vindman hat den Sprung in den US-Kongress bereits geschafft. Er gewann 2024 ein Mandat in Virginia (Link).
 

Andreas Mink