Niederlande 14. Mär 2026

Explosion an jüdischer Schule in Amsterdam

Tatort südliches Amsterdam beim jüdischen Gemeindezentrum. 

Behörden sprechen von gezieltem Angriff**

In der Nacht auf Schabbat ist es an einer jüdischen Schule in Amsterdam zu einer Explosion gekommen. Polizei und Staatsanwaltschaft sowie Bürgermeisterin Femke Halsema werten den Vorfall als gezielten Angriff auf die jüdische Gemeinde. Verletzt wurde niemand; der Sachschaden blieb nach ersten Angaben gering. Die Ermittler fahnden nach einer Person, die auf Videoaufnahmen zu sehen ist und den Sprengsatz platziert sowie gezündet haben soll.

Halsema sprach von einem «feigen Akt der Aggression» und betonte, sie verstehe die Angst und Wut vieler jüdischer Amsterdamer. Antisemitismus nehme spürbar zu, erklärte sie, und eine Schule müsse ein sicherer Ort für Kinder sein. Amsterdam müsse ein Ort bleiben, an dem Jüdinnen und Juden sicher leben könnten.

Auch der niederländische Regierungschef Rob Jetten verurteilte die Explosion scharf. Antisemitismus dürfe in den Niederlanden keinen Platz haben, erklärte er und kündigte an, rasch Kontakt mit der jüdischen Gemeinschaft aufzunehmen. Diese müsse sich jederzeit sicher fühlen können.

Die Stadtverwaltung teilte mit, jüdische Schulen und Einrichtungen würden dauerhaft bewacht. Nach jüngsten Angriffen auf Synagogen – darunter ein Brandanschlag in Rotterdam am Freitag und ein Vorfall im belgischen Lüttich Anfang der Woche – seien die Sicherheitsmassnahmen bereits verschärft worden. Dadurch habe die Polizei in Amsterdam schnell reagieren können.

In Rotterdam hatte die Polizei nach dem Brandanschlag vier Verdächtige im Alter zwischen 17 und 19 Jahren festgenommen. Sie hielten sich zum Zeitpunkt der Festnahme an einer weiteren Synagoge auf; ob dort ein weiterer Angriff geplant war, ist bislang unklar. Ermittlungen zu möglichen Zusammenhängen dauern an.
 

Redaktion