Die Jury der Kunstbiennale in Venedig will 2026 keine Künstler aus Ländern berücksichtigen, deren politische Führung vom Internationalen Strafgerichtshof angeklagt ist – betroffen ist auch Israel. Die Jury der Venice Biennale hat entschieden, Künstler aus Staaten mit angeklagten Regierungschefs künftig von der Preisvergabe auszuschliessen. Grundlage ist ein Beschluss, wonach Länder, deren Führung wegen mutmasslicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem International Criminal Court (ICC) steht, nicht mehr für Auszeichnungen wie den Goldenen Löwen berücksichtigt werden. Damit ist Israel faktisch von den wichtigsten Preisen der Biennale ausgeschlossen. Hintergrund sind Haftbefehle des ICC aus dem Jahr 2024 gegen Premierminister Binyamin Netanyahu sowie den damaligen Verteidigungsminister Yoav Gallant wegen mutmasslicher Kriegsverbrechen – Vorwürfe, die Israel zurückweist. Die Jury erklärte, der Schritt sei Ausdruck eines Bekenntnisses zu Menschenrechten und folge der kuratorischen Linie der aktuellen Biennale. Auch Russland fällt unter die Regelung, da gegen Präsident Wladimir Putin ein ICC-Haftbefehl vorliegt. Eine formelle Teilnahme Israels an der Ausstellung bleibt jedoch möglich: Nationale Pavillons können weiterhin bespielt werden, doch ihre Beiträge werden nicht für Preise berücksichtigt. Die Entscheidung verschärft die politischen Spannungen rund um die diesjährige Biennale, die am 9. Mai in Venedig eröffnet wird und als eine der weltweit wichtigsten Plattformen für zeitgenössische Kunst gilt.
Venedig
30. Apr 2026
Biennale schliesst Israel aus
Redaktion