Bern 08. Nov 2019

Polizei übt Terrorfall

Am 11. November bereitet sich die Schweiz auf das Schlimmste vor: An jenem Tag startet eine nationale Anti-Terror-Übung. Drei Mitglieder der fiktiven ausländischen Terrororganisation Global Liberation Front stehen in Bellinzona vor Bundesgericht. Sie haben sich für den vor zwei Jahren verübten Bombenangriff auf den UNO-Sitz in Genf zu verantworten, der Tote und Verletzte gefordert hatte. Nun versucht Global Liberation Front die Schweiz mit einer Serie von Terroranschlägen dazu zu bringen, die Angeklagten freizu­lassen. Als Erstes startet sie einen Angriff auf das Atomkraftwerk Beznau.

Dieses Szenario hat sich der Nachrichtendienst ausgedacht. Es ist die Ausgangslage der zweieinhalbtägigen Übung für schweizweit 70 Stäbe. Sie müssen sich mit der fiktiven Situation auseinandersetzen, entscheiden, wie sie im Ernstfall vorgehen würden, und allenfalls weitere Institutionen wie Feuerwehr und Regierung miteinbeziehen. Die breit angelegte Anti-Terror-Übung wird für die Bevölkerung nicht sichtbar sein. «Es werden keine Truppen verschoben, und es springen keine Polizisten in Kampfmonturen herum. Es ist eine Denkarbeit in den Stäben. Das wird möglicherweise Auswirkungen auf die Prozesse haben – und vielleicht auf Ge­setze», erklärt Hans-Jürg Käser, ehemaliger Berner Sicherheits­direktor und Leiter der Übung. Letztmals wurde der Umgang mit einem solchen Schreckensszenario 2014 geübt.
 

Redaktion