Bern 09. Jan 2026

Marsch gegen Antisemitismus

Rund 100 Personen haben am Mittwochabend in Bern an dem Silent Walk gegen Antisemitismus und für das Existenzrecht Israels teilgenommen. Der Schweigemarsch führte durch die Innenstadt und wurde von einem grossen Polizeiaufgebot begleitet, nachdem es bereits vor dem Start auf dem Waisenhausplatz zu einer unbewilligten propalästinensischen Gegendemonstration gekommen war. Diese protestierte mit Pfeifen und Megafon gegen die Kundgebung, was den Beginn des Umzugs verzögerte. Vor dem Marsch sprachen mehrere Rednerinnen und Redner, darunter eine Künstlerin, die von antisemitischen Vorfällen berichtete, sowie der Berner SVP-Grossrat Mathias Müller. Antisemitismus sei wieder salonfähig geworden, sagte er, auch in politischen Institutionen. Danach setzte sich der Zug in Bewegung. Die Teilnehmenden blieben still, begleitet von hebräischer Musik aus Lautsprechern. Viele trugen israelische Fahnen, andere Schweizer Flaggen. In der Rathausgasse kam es erneut zu Verzögerungen, als Gegendemonstranten den Weg blockierten. Die Polizei löste die Situation rasch auf, zu Gewalt oder Sachbeschädigungen kam es nicht. Dem Marsch schlossen sich auch Mitglieder der iranischen Diaspora an. Mit der alten iranischen Nationalflagge und einem Banner mit der Aufschrift «Free Iran from the Islamic Republic» verbanden sie ihre Solidarität mit Israel mit der Forderung nach einem Ende der Mullah-Herrschaft. Der Silent Walk endete vor dem Bundeshaus.

Emily Langloh