Am Montag fand die Gemeindeversammlung der Israelitischen Gemeinde Basel mit rund 50 Mitgliedern statt – Hauptthema war die Finanzlage.
Die Jahresrechnung 2025 weist ein kleines Minus von 3000 Franken aus. Für die Gemeinde sei dies gemäss Isabel Schlerkmann, Geschäftsführerin der Israelitischen Gemeinde Basel (IGB), ein erfreuliches Ergebnis: Auf der Einnahmenseite meldet die Jahresrechnung Mehreinnahmen von 155 000 Franken. Dies sei auf mehr Steuerveranlagungen zurückzuführen sowie auf die Unterstützung von den «Freunden der IGB». Dies sind nicht jüdische Menschen, die die IGB aus Solidarität unterstützen. Eine weitere wichtige Einnahmequelle für die Gemeinde bildet die Ausschüttung der Dr.-h.-c.-Emile-Dreyfus-Stiftung.
Auf der Ausgabenseite konnte auch gespart werden, etwa bei Personalkosten und der Verwaltung des Friedhofes und der anderen Liegenschaften der IGB. «Insgesamt zeigt sich eine Verbesserung im Bereich Liquidität und Rückstellungen. Dies darf aber nicht als langfristiger Trend interpretiert werden», erklärte Schlerkmann. Um die finanzielle Stabilität der IGB zu sichern, will der Vorstand verschiedene Massnahmen einführen, etwa die Verbesserung der Verwaltung des Gemeindevermögens, eine Erhöhung der Friedhofsgebühren und den Verkauf weiterer Liegenschaften. Die Diskussion ging relativ schnell vorbei und zog nicht die Aufmerksamkeit aller Teilnehmenden auf sich; einige schauten sich lieber das laufende Spiel der Fussballweltmeisterschaft auf ihren Handys an.
Finanzierungsfragen
Neben Finanzen wurden auch andere soziale Themen diskutiert. Einige Gemeindemitglieder hinterfragten den Umgang der Gemeinde mit der erhöhten Nachfrage an die Leihkasse. Gemeindepräsidentin Steffi Bollag hielt jedoch fest, dass die bewilligten Darlehen immer zurückgezahlt werden. «Die Rückzahlungsmoral ist sehr hoch», sagte Bollag. Die Frage eines Gemeindemitglieds an den Vorstand, wieso die Sozialarbeiterin, die im Rahmen der sozialen Dienste der IGB tätig ist, aus Spenden anstatt aus dem Gemeindebudget entschädigt wird, sorgte für eine etwas hitzigere Diskussion. Ob und inwiefern die Stelle der Sozialarbeiterin zur sozialen Aufgabe der Gemeinde gehört, sodass sie von der Gemeinde direkt finanziert werden müsste, wurde länger besprochen. Ein weiteres Thema waren die andauernden Sanierungen am Gemeindehaus. Auf die Frage, wie lange sie noch dauern sollen, konnte der Vorstand keine direkte Antwort liefern.
Zu hohe Eigenbeteiligung
Zuletzt wurde über die Lage des Ganon, der Kita der IGB, diskutiert. Heute kostet die wöchentliche Kinderbetreuung 920 Franken, was Familien massgeblich finanziell belastet. Eine Möglichkeit, die Kosten zu senken, wäre die Beantragung einer kantonale Kitabewilligung durch die IGB. Hierdurch könnte der Kanton Basel-Stadt die Kosten zum Teil übernehmen, wodurch der Ganon eventuell auch von der Unterstützung des Bundes profitieren könnte. Dies allerdings nur, falls die im Parlament diskutierte «Kita-Initiative», welche verlangt, dass die Kitabeiträge nicht mehr als 10 Prozent des Einkommens der Eltern übersteigen, angenommen würde. Ebenfalls wurde über die zu hohe Selbstbeteiligung der Eltern am Mittagstisch gesprochen. Der IGB-Vorstand habe dieses Votum zur Kenntnis genommen und werde es weiterverfolgen.