Schwere Missbrauchs-Anschuldigungen gegen Abgeordneten aus Ohio; Familien-Konflikt mit politischer Brisanz.
Am Sonntag hat der republikanische Abgeordnete Max Miller aus Ohio Missbrauchs-Vorwürfe seiner Ex-Frau Emily Moreno in einem emotionalen, rund 20-minütigen Livestream entschieden zurück gewiesen und beteuert, seine Kandidatur für eine dritte Amtszeit als Vertreter eines Wahlkreises nahe Cleveland fortzuführen.
Die Affäre um den 37-Jährigen löst bei Konservativen Besorgnis aus und wird in Verweis über das spektakuläre Scheitern des Linkspopulisten Graham Platner in Maine aufgrund eines Vergewaltigungs-Vorwurfs als «Platner auf Stereoiden» beschrieben (Link). Miller stammt aus einer prominenten, jüdischen Familie in Ohio. Der Onkel David Aaron Miller ist ex-Diplomat und namhafter Nahost-Experte. Miller selbst fiel seit der Jugend wiederholt durch Gewalttaten und Alkoholprobleme auf, hinterliess aber als Mitarbeiter während der ersten Trump-Präsidentschaft einen guten Eindruck im Weissen Haus.
Laut Gerichtsunterlagen behauptet seine ex-Frau, Miller habe ihr vor der Scheidung 2024 mit heissem Kochwasser an Brust und Bauch Verbrühungen zugefügt, eine Pistole an den Kopf gehalten, sie gegen eine Wand gestossen und gegen den Kopf geschlagen sowie ihrer gemeinsamen Tochter das Schlüsselbein gebrochen und ihr Prellungen an der Schulter zugefügt. Gerichtsunterlagen zufolge sagte die Zweijährige einmal zu ihrer Mutter: «Papa bringt dich um».
Miller stritt am Sonntag sämtliche Vorwürfe ab und schrieb seiner ex-Gattin «erhebliche psychische Probleme» zu, sie sei eine Lügnerin, Stalkerin und gefährliche Person, die ihn und die gemeinsame Tochter gefährdet habe. Dieses Statement veranlasste den Schwiegervater Bernie Moreno, sein langes Schweigen zu brechen. Dieser ist als Republikaner US-Senator für Ohio.
Senator Moreno erklärte nun, sein Schwiegersohn sei aufgrund charakterlicher Mängel für ein Amt im Kongress ungeeignet. Zudem fürchte er «jede Minute, in der er das Sorgerecht für meine Enkelin hat», um deren Sicherheit. Miller sollte «nicht im Repräsentantenhaus sitzen, sondern professionelle Hilfe suchen, um das deutliche Muster an Missbrauch zu durchbrechen, das er hinterlassen hat.» Moreno deutete zudem die Notwendigkeit einer Inhaftierung Millers an: «Ich bin der Meinung, dass er nicht die Freiheit haben sollte, weiterhin andere zu gefährden.»
Angesichts ihrer knappen Mehrheit von drei Mandaten im US-Kongress hält sich Millers Fraktionsführung weiter mit einer Stellungnahme zurück. Miller lag jedoch bereits vor dem Wochenende in seinem traditionell konservativen Bezirk nur hauchdünn vor der demokratischen Konkurrenz. Trump signalisierte in der Nacht zum Montag weiter Unterstützung für Miller: Hier liege eine «Familienangelegenheit» vor: «Ich weiss, dass Max ein guter Mann ist und hoffe, dass er wiedergewählt wird.»
Ansonsten läuft für die Republikaner Morgen Mittwoch eine Frist ab, bis zu der sie Miller auf dem Stimmzettel für den November ersetzen könnten (Link).