Mit einer bewegenden Gedenkfeier im Rathaus Bern wurde der internationale Holocaust-Gedenktag begangen. Die Veranstaltung stand unter dem Titel «Crossroads of Generations» und wurde von der israelischen Botschaft in Bern organisiert. Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Politik, Diplomatie und Religionsgemeinschaften kamen zusammen, um der sechs Millionen ermordeter Jüdinnen und Juden zu gedenken und Verantwortung für das Erinnern zu übernehmen. Im Zentrum des Abends stand das Zeugnis der Holocaust-Überlebenden Eva Koralnik, die heute in Zürich lebt. Ergänzt wurde es durch die Perspektive von Alina Szpilman, einer Nachfahrin eines Überlebenden in dritter Generation. Die Geschichte ihres Grossvaters wurde filmisch aufgearbeitet und verdeutlichte, wie Erinnerung über Generationen hinweg weitergetragen wird. Gerade dieser generationenübergreifende Blick prägte den Abend: Zeitzeuginnen und Zeitzeugen werden immer weniger, viele von ihnen waren zur Zeit der Verfolgung noch Kinder. Eröffnet wurde die Gedenkfeier durch eine Ansprache von Pierre-André Page, der die Bedeutung des Erinnerns für Gegenwart und Zukunft betonte. Dank galt zudem der Stadt Bern für die Ausrichtung der Veranstaltung sowie der Gamaraal Foundation für ihr Engagement zugunsten von Überlebenden und die Bewahrung ihrer Geschichten. Der Abend war von grosser Emotionalität geprägt und machte deutlich, dass das Gedenken nicht enden darf, wenn die letzten Zeitzeugen verstummen. Die Erinnerung weiterzutragen, bleibt eine gemeinsame Verantwortung.
Bern
06. Feb 2026
Erinnerung über Generationen
Emily Langloh