Der Geistliche hat viele Jahre in Basel gewirkt.
Wie die Israelitische Kultusgemeinde Wien mitteilt, wird Rabbiner Yaron Nisenholz die geistliche Führung der Gemeinde übernehmen. Der Kultusvorstand hat den 53-Jährigen am Mittwoch berufen. und würdigt Rabbiner Nisenholz als erfahrenen Gemeinderabbiner mit langjähriger Tätigkeit in Israel und Europa. Seine Ordination erhielt er 2002 durch das Oberrabbinat Israels, das ihn 2023 auch als Stadtrabbiner qualifizierte. Von 2002 bis 2015 wirkte er in Basel, ab 2008 als Oberrabbiner der Stadt. Seit seiner Rückkehr nach Israel ist Nisenholz als Gemeinderabbiner in Tel Aviv tätig. Er ist verheiratet, Vater von fünf Kindern und Grossvater von acht Enkeln.
Der Bestellung ging ein mehrmonatiges, internationales Auswahlverfahren voraus. Die im Februar 2026 vom Kultusvorstand eingesetzte Findungskommission – mit Delegierten aller im Kultusvorstand vertretenen Fraktionen sowie des Tempelvorstands, beraten von Oberkantor Shmuel Barzilai, Generalsekretär Benjamin Nägele und Oberrabbiner Jaron Engelmayer – hat eine internationale Ausschreibung erarbeitet und durchgeführt.
Auf diese Ausschreibung gingen sieben Bewerbungen ein. Diese Zahl ist mehr als eine Statistik: Dass sich sieben Rabbiner um das Amt des Oberrabbiners von Wien bewerben, wird dort als Auszeichnung für die Gemeinde – und ei Beleg dafür gesehen, welchen Stellenwert die IKG Wien als eine der traditionsreichsten Einheitsgemeinden Europas geniesst. Die Kommission hat alle Bewerbungen sorgfältig geprüft und schliesslich zwei Kandidaten empfohlen.
In der folgenden, entscheidenden Sitzung hielten beide Kandidaten eine Probe-Drascha und die beantworteten Fragen der Mitglieder des Kultusvorstands. Die letzte Entscheidung wird als zutiefst demokratisch dargestellt: In der Findungskommission ebenso wie im Kultusvorstand waren alle Fraktionen und damit das gesamte Spektrum der vielfältigen Gemeinde – sowie der Vorstand des Stadttempels vertreten.
Der amtierende Oberrabbiner Jaron Engelmayer bleibt bis nach den Hohen Feiertagen im Herbst auf seinem Posten. Ihm gilt herzlicher Dank für sein Wirken in Wien.