Sämtliche elf Gemeinderabbiner des US-Bundesstaats Maine haben in einer gemeinsamen Erklärung zu Frieden und einer sachlicheren politischen Debatte über den Gaza-Krieg aufgerufen.
Sie fordern die politischen Entscheidungsträger des Bundesstaats insbesondere dazu auf, den Begriff «Genozid» zur Beschreibung des Krieges nicht mehr zu verwenden. Dieser sei historisch und juristisch hoch aufgeladen und werde zunehmend als politisches Schlagwort eingesetzt.
Auslöser war der Vorwahlkampf der Demokratischen Partei für den US-Senat, in dem mehrere Kandidaten Israel des Völkermords beschuldigt hatten. Rabbi Rachel Isaacs erklärte, der Begriff sei in Maine zu einer «Währung geworden, um politische Macht und Einfluss innerhalb der Demokratischen Partei zu gewinnen».
In ihrer Erklärung betonen die Rabbiner zugleich das Leid auf beiden Seiten. Sie rufen sowohl die israelische als auch die palästinensische Führung dazu auf, den Kreislauf der Gewalt zu beenden und eine Zukunft zu schaffen, in der israelische und palästinensische Kinder in Sicherheit leben können. Die Unterzeichner warnen, eine inflationäre Verwendung des Begriffs «Genozid» relativiere dessen historische Bedeutung und schade der demokratischen Debattenkultur.