Reformjudentum warnt vor weiterem Bruch mit Israel.
Der Präsident der Union for Reform Judaism, Rabbi Rick Jacobs, hat der israelischen Regierung vorgeworfen, die Kluft zur liberalen jüdischen Diaspora weiter zu vertiefen. Anlass ist ein umstrittener Gesetzesvorstoss zur Klagemauer, der aus Sicht liberaler jüdischer Organisationen die Rechte nichtorthodoxer Strömungen einschränken könnte.
Auf einer Konferenz in Washington erklärte Jacobs, man könne «nicht einfach darauf vertrauen, dass die israelische Regierung das Richtige tut – weder für nichtorthodoxe Juden noch für andere gefährdete Gruppen». Stattdessen müsse die Diaspora aktiv für die Form des Judentums eintreten, die sie praktiziere und verteidige.
Der Konflikt gilt als jüngster Ausdruck der wachsenden Spannungen zwischen der rechtsgerichteten israelischen Regierung und liberalen jüdischen Gemeinschaften weltweit. Beobachter sehen darin eine strukturelle Verschiebung: Während viele Diaspora-Organisationen stärker auf religiöse Pluralität pochen, verfolgt die Regierung innenpolitisch zunehmend orthodox geprägte Positionen.
Der Streit um religiöse Gleichberechtigung – insbesondere an symbolischen Orten wie der Klagemauer – bleibt damit ein zentrales Feld, auf dem sich die Beziehungen zwischen Israel und grossen Teilen der jüdischen Diaspora weiter zuspitzen könnten.