Washington 25. Feb 2026

US-Regierung klagt gegen Universität UCLA

Das pro-palästinensische Lager an der UCLA wurde nach den Anschlägen vom 7. Oktober 2023 in Israel errichtet.   

In der Kritik steht mangelnder Schutz jüdischer und israelischer Beschäftigter.  

Die United States Department of Justice hat am Dienstag eine bundesstaatliche Klage gegen die University of California, Los Angeles (UCLA) eingereicht und wirft der renommierten US-Hochschule vor, jüdische und israelische Mitarbeiter nicht ausreichend vor antisemitischer Belästigung geschützt zu haben. 
In der am selben Tag, an dem Präsident Donald Trump seine erste Rede zur Lage der Nation plante, beim US-Bezirksgericht im zentralen Kalifornien eingereichten Klage behauptet das Justizministerium, die Universitätsleitung habe eine «feindselige Arbeitsumgebung» für jüdische und israelische Beschäftigte geschaffen beziehungsweise zugelassen – insbesondere im Zuge der massiven pro-palästinensischen Proteste seit dem 7. Oktober 2023 und im akademischen Jahr 2023/24. 
Nach Darstellung der Bundesregierung kam es laut Klageschrift wiederholt zu antisemitischen Drohungen, Störungen von Lehrveranstaltungen, antisemitischer Schmierereien und Situationen, in denen jüdische Beschäftigte während Protestaktionen den Zugang zu Teilen des Campus verwehrt wurde. Die Behörden werfen UCLA vor, eigene Regelwerke nicht durchgesetzt zu haben und Beschwerden unzureichend zu behandeln. 
Die Regierung beruft sich in der Beschwerdeschrift unter anderem auf Verstösse gegen Title VII des US-Civil Rights Act von 1964, der Beschäftigte vor Diskriminierung etwa wegen Religion schützt. Gefordert wird, dass das Gericht die Universität zwingt, ihre Antidiskriminierungs- und Anti-Belästigungsrichtlinien wirksam umzusetzen, entsprechende Schulungen anzuordnen und Entschädigungen für betroffene jüdische und israelische Mitarbeiter zu gewähren. 
Die Klage ist Teil einer breiteren Kampagne der Trump-Administration, grosse US-Universitäten wegen angeblicher antisemitischer Vorfälle während der Gaza-Konflikt-Proteste unter Druck zu setzen. UCLA hatte bereits im Jahr 2025 eine rund 6 Millionen USD schwere Einigung mit jüdischen Studierenden und einem Professor erzielt, die dem Hochschulmanagement vorgeworfen hatten, Proteste nicht ausreichend kontrolliert zu haben. 
Die Universität weist die Darstellung der Regierung zurück. In einer Stellungnahme betonte ein Sprecher, UCLA habe bereits bedeutende Massnahmen ergriffen, um die Sicherheit auf dem Campus zu erhöhen, Antisemitismus zu bekämpfen und ein inklusives Umfeld für alle Angehörigen der Hochschule zu schaffen. «Antisemitismus ist abscheulich und hat an der UCLA oder anderswo keinen Platz», hiess es. 

Redaktion