Auch progressive Gruppen empört über Erklärung zu «Zionismus als Rassismus».
Am Wochenende hat die britische Green Party an einem Parteitag eine Resolution verabschiedet, die erklärt, «Zionismus ist Rassismus» und die Errichtung eines palästinensischen Staates anstelle Israels fordert. Der Antrag löst breite Kritik quer durch das politische und religiöse Spektrum des britischen Judentums aus.
Der Antrag bezeichnet zudem Gewalt von Palästinensern gegen Israel als legitim. Mit knapper Mehrheit wurde ein Zusatzantrag abgelehnt, der es jüdischen Parteimitgliedern erlaubt hätte, weiterhin Mitglied in Synagogen oder anderen jüdischen Einrichtungen zu sein, die zionistisch ausgerichtet sind.
Gestern Montag hat das «Institute for Jewish Policy Research» (https://www.jpr.org.uk/) neue Daten publiziert, wonach sich eine wachsende Mehrheit der britischen Juden als Zionisten betrachtet. Im Gegensatz zu einem Rückgang in den USA ist der Anteil der sich als zionistisch bekennenden Juden nach den Terroranschlägen vom 7. Oktober von 59 Prozent im Jahr 2022 auf 66 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen. Der Anteil der Juden, die sich als Antizionisten bezeichnen, blieb laut bei einem Zehntel konstant.
Deutlich stärker zugenommen hat die emotionale Bindung der Befragten an Israel: Im Mai 2023 fühlten sich 38 Prozent «sehr stark emotional mit Israel verbunden», im Juni 2025 dagegen 51 Prozent. Gleichzeitig hat die Grüne Partei in den letzten Jahren an Zulauf gewonnen und liegt bei Umfragen nach einem Hoch von 21 Prozent derzeit bei etwa 10 Prozent der Wählergunst.
Jüdische Organisationen hatten den Antrag frühzeitig scharf kritisiert. Der Dachverband «Board of Deputies» warnte am Freitag, dieser würde «den Hass anheizen und Gewalt gegen Israelis und Juden rechtfertigen». Der britische Oberrabbiner Sir Ephraim Mirvis äusserte sich am Montag «entsetzt» über den Antrag, dieser sei «giftiger Antisemitismus» und eine «Bedrohung für die britischen Juden und für Grossbritannien.» Auch die israelische Regierung verurteilte die Resolution. Die Grünen seien keine politische Partei mehr, sondern «eine Organisation, die Terror unterstützt» und «de facto die Zerstörung des Staates Israel» fordere. Israel verhängte zudem ein Einreiseverbot gegen den jüdischen Grünen-Politiker Zack Polanski.
Auch die Kritik aus progressiven und liberalen Gruppen fiel hart aus: «Der Antrag ist in seiner Formulierung und Absicht antisemitisch», so die Rabbiner Charley Baginsky und Rabbiner Josh Levy als Vorsitzende des britischen «Movement for Progressive Judaism»: «Mit der Verabschiedung dieses Antrags haben die Grünen Antisemitismus zur Parteipolitik gemacht und sich in eine rassistische Partei verwandelt» (Link).