USA – Humanitäre Hilfe 13. Aug 2026

Trump-Regierung gibt Milliarden Dollar an evangelikale Hilfsorganisationen

Aufhebung radikaler Kürzungen; Zuschüsse an jüdische Organisationen werden nicht wieder aufgenommen.  

Die Trump-Regierung will christlich-fundamentalistischen Verbänden Fördermittel in Höhe von fast zwei Milliarden Dollar für Gesundheits- und humanitäre Hilfe in über einem Dutzend Ländern gewähren. Damit nimmt die Regierung massive Kürzungen bei der Entwicklungs-Behörde USAID von Anfang 2025 teilweise zurück. Die Ankündigung wird von begünstigten Organisationen begrüsst, löst aber auch Kritik aus: auch hier arbeite die Trump-Regierung evangelikalen Gruppen zu, die das wichtigste Element ihrer politischen Basis ausmachen.

Der grösste Teil der Mittel – 1,4 Milliarden Dollar – soll 2500 von christlichen Gruppen geführte Krankenhäuser und Kliniken unterstützen sowie Zehntausende von Fachkräften vor Ort ausbilden und bezahlen. Die evangelikale Hilfsorganisation «World Vision» und ein Konsortium lokaler, religiöser Gruppen sollen im Rahmen einer «Faith and Community Initiative» über fünf Jahre bis zu 850 Millionen Dollar erhalten. Zusätzlich sind 570 Millionen Dollar für gemeindebasierte und religiös geprägte Krankenhäuser und Kliniken vorgesehen; die Vergabe erfolgt auf der Grundlage von Absichtserklärungen mit nationalen Regierungen.

Unter den Empfängern befinden sich evangelikale Organisationen wie «Samaritan’s Purse», «Compassion International» und das «Accord Network». Die «National Association of Evangelicals» (NAE) begrüsst die Ankündigung. 

Nicht-christliche Hilfsorganisationen wie der «American Jewish World Service» (AJWS, https://act.ajws.org) gehen dagegen leer aus. Die Gruppe wurde weder konsultiert, noch informiert. CEO Tawanda Mutasah bezweifelt zudem, dass die Gelder tatsächlich Menschen erreichen, die sie am dringendsten benötigen. Die Regierung und Evangelikale würden bei der Vergabe von Mitteln ideologisch vorgehen und etwa Hilfen für die Familienplanung kategorisch ausschliessen.

Die «Freedom from Religion Foundation» bezeichnet die Pläne des Aussenministeriums als «ungeheuerlich». Washington wolle «evangelikal-christliche Missionswerke mit Hunderten Millionen Dollar unterstützen» (Link)».
 

Andreas Mink